Mittwoch, 30. September 2026

Blogworm #14: Into the Wasteland

Der Sommer hat sich nochmal zurückgemeldet und bei unglaublichen 25°C, unmittelbar vor Oktober, geht es direkt weiter mit Blogworm #14. Vorab möchte ich die Gelegenheit nochmal nutzen und mich bei euch allen für die letzten Wochen bedanken! Sowohl dieser Blog, als auch meine Präsenz auf Instagram haben einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht, wofür ich wirklich mehr als dankbar bin. Es ist ein sehr gutes Gefühl zu merken, dass die Kreise die meine Beiträge erreichen langsam größer werden und immer mehr Leute erreichen. Dazu konnte ich schon ein paar Konzertangelegenheiten für nächstes Jahr klären, welche ich euch in den nächsten Wochen vorstellen werde. Stay tuned for more, sagt man da so schön.

Apropos Konzert! Diese Woche präsentiere ich euch die zweite Folge des Dreiteilers der euch auf die kommende Veranstaltung im BrauArt in Düsseldorf vorbereiten soll. Diese Woche geht es mit meiner eigenen Band Wasteland Haze weiter und wir erzählen euch einmal unsere Geschichte, teilen Gedanken, und stellen euch unser Equipment vor. Da ich natürlich hier auf beiden Seiten des Tisches sitze, haben wir das Ganze im Verbund geschrieben und hoffen euch einen spannenden Einblick in die Welt rund um die Wastelands geben zu können.




Wer ist alles bei Wasteland Haze dabei und wie lautet die Geschichte rund um das Projekt?

Wir sind seit unserer Gründung 2022 als Trio aktiv und spielen seit 2024 in der aktuellen Besetzung mit Björn an der Gitarre, Christian am Bass und Hendrik am Schlagzeug. Nebenbei bedient Christian noch gelegentlich den Mini-Korg und Hendrik feuert über ein Drumpad Sprach- und Geräusch Samples über das ansonsten rein instrumentale Geschehen.

Gegründet hat sich Wasteland Haze, wie bereits erwähnt 2022, formal erstmal als Nebenprojekt. Björn und Christian spielten vorher gemeinsam in einer anderen Band, die aber aufgrund eines akuten Sängermangels nie über den Proberaumstatus hinauskam. Als man dann endlich einen passenden Sänger gefunden hatte, wurde dieser kurz danach zum zweiten Mal Vater und unser guter Freund Basti am Schlagzeug entschied sich dazu ein Haus mit seiner Frau zu renovieren, wodurch das Projekt abermals auf Eis gelegt wurde. Aus diesem Umstand entstand die Idee sich mit einem neuen Schlagzeuger zu formieren und ein instrumentales Nebenprojekt zu gründen, welches durch die Unterstützung von Samples ein atmosphärisches Gesamtbild formt. Ein geeigneter Drummer war schnell gefunden, allerdings verlor man sich irgendwie während der Urlaubszeit aus den Augen und man hat von ihm nie wieder was gehört. Nach einer kurzen Suche konnte man mit Alex Raabe einen passenden Ersatz ins Projekt holen und an dem bereits geschriebenen Material weiterarbeiten. Witzigerweise ist unser bisher bekanntester Track Aftermath bereits ganz am Anfang des Projektes, sozusagen in der Ur-Besetzung mit dem ersten Schlagzeuger entstanden. In dieser Konstellation nahm man dann die Digitalveröffentlichungen Welcome to Wasteland Haze und die Fresh Hits from the Vault auf. Im Sommer 2023 stand dann auch das erste Konzert vor der Tür, welches im ebenfalls im BrauArt stattfand.

Im Sommer 2024 trennte man sich dann im beidseitigem Einvernehmen von Alex, da die Perspektiven über die Zukunft der Band auseinandergingen. Durch eine glückliche Fügung stand Hendrik gerade projektfrei zur Verfügung und dieser konnte bei einem uns sehr wichtigen Auftritt bereits einspringen, bevor wir ihn dann für die Veröffentlichungstour zur Wiederveröffentlichung unseres Debütalbums fest ins Boot holen konnten.


Was sind die bisherigen Veröffentlichungen der Band?

Im Jahr 2023 veröffentlichten wir digital unser Debütalbum Welcome to Wasteland Haze welches in einzelnen Kapitel vom atomaren Untergang unserer heutigen Zivilisation berichtet. Gerade die ersten drei Tracks Propaganda, Aftermath und Conclusion beschreiben hier die Zuspitzung des Geschehens und den finalen Untergang der modernen Welt. Die verbleibenden Tracks erzählen dann bereits lose einzelne Geschichten der Überlebenden, die versuchen in den post-apokalyptischen Wastelands um ihre Existenz zu kämpfen. Anfang 2024 folgte dann die EP Fresh Hits from the Vault, welche aus Songs bestand die wir zu dieser Zeit schon live spielten und kurz nach dem Debüt entstanden. Mitte 2024 kamen wir dann über unsere Freunde von Zen Trip in Kontakt mit Clostridium Records aus Bochum und so veröffentlichten wir das digitale Album nochmal auf Vinyl und CD.

Anfang diesen Jahres, genauer gesagt im April, folgte dann die Veröffentlichung unseres zweiten Albums Lonestar, bei dem wir einige Sachen anders machen wollten als bei unserem Release und uns da an einige Konzepte und Ideen getraut haben, die bei der ersten Platte noch nicht angewendet wurden. Die Arbeit und die Zeit haben sich vollends gelohnt und wir haben ein tolles Gesamtpaket auf die Beine stellen können, welches auch von den Kritikern sehr gut angenommen wurde. Das war definitiv ein Fortschritt und hat uns einen Pfad für kommende Ideen gegeben.




Was ist anders an Lonestar im Vergleich zum Debüt?

Erstmal erzählt das Album eine durchgehende Geschichte vom Intro mit Sunburn bis zum Outro von WSTLND Messiah. Wir haben im Vorfeld eine komplette Italo-Western Story geschrieben, versetzt in unser post-apokalyptisches Wasteland Setting und darauf dann die einzelnen Stücke geschrieben. Dadurch entstehen beim Komponieren der einzelnen Tracks direkt Eindrücke, Gefühle und Bilder die dann in die Musik einfließen. Das Resultat ist ein sehr cineastisches und tiefgehendes Songwriting. Das Album lebt, wie allgemein unsere Musik, von ruhigen Passagen, aufbrausenden und eher doomig-harten Momenten die sich abwechseln und so ein spannendes Gesamtbild liefern.

Dazu wollten wir mit einigen Synth-Einlagen dem Ganzen eine weitere, atmosphärische Ebene verleihen. Das war natürlich auch nicht ohne weiteres einfach durchführbar und man musste sich gerade technisch etwas einfallen lassen, wie einer von uns den Korg bedienen und gleichzeitig sein Hauptinstrument spielen kann. Da haben wir mit einem kleinen Midi-Controller und einigen von uns programmierten Korg Patches aber eine gute, reproduzierbare Möglichkeit gefunden.

Die nächste Herausforderung bestand bei der Bereitstellung der Samples. Bis dahin haben wir immer Gesprächs- und Geräuschfetzen bearbeitet, diese gepitcht, verzerrt und zurechtgeschnitten. So waren die Samples auf der ersten Platte zum Beispiel ein Zusammenschnitt von teils 30-40 einzelnen Sekundenparts und Einzelgeräuschen. Da wir bei Lonestar aber eine zusammenhängende Geschichte erzählen wollten, brauchten wir natürlich auch jemanden der in Art eines Hörbuches durch die Geschehnisse leitet. Hier hat sich Björns Frau dazu bereit erklärt und nach unseren Vorstellungen die passenden Samples und Gespräch eingesprochen, welche wir dann zusätzlich mit leichten Wabern, Knacken, Knarrzen oder anderen Effekten untermalt haben.


Pic by Kevinalleinimnetz


Was hat es genau mit der Geschichte von Lonestar auf sich und wie wirkt sich diese auf die Musik aus?

Das Album erzählt in einzelnen Kapiteln die Geschichte zu unserem Protagonisten des titelgebenden Anti-Heldens, dem Lonestar. Zu Beginn ist der Hauptdarsteller ein umherschweifender Ganove, der sein Überleben mit allerlei üblen Taten sichert und sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter zusammen getan hat. Als er eines Tages nach einem langen Raubzug in sein Camp zurückkehren möchte, findet er dies und seine Wegbegleiter gebrandschatzt und ermordet wieder. Schnell bemerkt er, dass er in einen Hinterhalt geraten ist. Er wird niedergestreckt und zum Sterben in den Wüsten der Wastelands zurück gelassen. Dieser ganze Handlungsbogen wird durch die musikalische Idee untermalt. Der Song beginnt sehr trocken und doomig während die Welt des Darstellers erklärt wird; als er die Umstände erkennt zieht der Song an und wird treibender um die rasante Jagd zum Camp darzustellen. Gen Ende wird es dann zunehmend doomiger und härter, als er seinen Peinigern vor Ort begegnet. 

Im zweiten Teil Reincarnation wird unser Held von einem nomadischen Stamm aufgegabelt und wieder gesund gepflegt. Wir haben uns gedacht, in so einer post-apokalyptischen Welt werden immer nur Städte, Gelände oder ähnliches gezeigt. Meist moderne, uns ähnliche Menschen die aus ihrem Leben gerissen werden. Allerdings kam uns hier auch der Gedanke, was ist mit den Völkern die nicht direkt unserem normalen Alltag angehören und was passiert mit diesen nach so einer Weltuntergangs Katastrophe. Also haben wir ein indigenes Volk ins Spiel gebracht und dieses in die Story eingebaut. Der Verlauf ergibt sich dann auch so, dass wir im ersten, eher ruhigen psychedelischen Teil den Stamm in unsere Welt und die unseres Protagonisten aufnehmen. Im nächsten sehr doomigen, harten Teil erzählt dieser dem Stamm seine Geschichte, woraufhin diese beschließen ihn in seinem Rachegedanken zu unterstützen. Der zweite Teil des Songs handelt dann von der Wandlung vom Schurken zur Selbstfindung und der Entwicklung zum Lonestar, welcher durch seine Selbsterkenntnis übernatürliche Fertigkeiten erwirbt.

Der dritte Teil wird dann mit Pathfinder bedeutend treibender beziehungsweise zielstrebiger und zeigt die grausame Suche unseres Helden nach seinen Peinigern. Während er am Anfang noch ziemlich human und detektivisch nach Hinweisen und Anhaltspunkten sucht, wird er zunehmend verzweifelter, da er auf diese Art und Weise seinem Ziel kaum näher kommt. Ab der Mitte des Songs beginnt er dann zunehmend gewalttätig an Informationen zu gelangen und beginnt so eine blutige Rachejagd durch die Wastelands.

Bei Handful of Dust gelingt es dem Lonestar endlich seine Gegner ausfindig zu machen und er schafft es sie in einen Hinterhalt zu locken. Allerdings ist er ihnen zahlenmäßig unterlegen, schafft es zwar einen Großteil der Banditen auszulöschen und die Überhand zu gewinnen, aber am Ende seiner Kräfte steht er dem Kopf der Bande gegenüber, gegen den es zuerst chancenlos aussieht. Erst durch Zufall schafft er es ihn zu Fall zu bringen und seine grausame Rache zu nehmen. Das Ganze spiegelt sich auch im Verlauf des Songs wieder. Wir haben zu Start diesen brachialen Einstieg der in einem knackigen Sludge Riff mündet, dann der Übergang in eher psychedelische, nachdenkliche, fast zweifelnde Gefilde und dann wird es zunehmend treibend. Am Ende gibt es einen kurzen Break, bevor wir mit voller Gewalt in das wahrscheinlich gewaltigste Riff auf dem Album einsteigen. Es wirkt ein bisschen so, als würde das ganze Album sich bis dahin aufbauen, um sich in diesem kurzen Part zu entladen. Wir wollten da den Moment nachstellen in dem unserem Helden bewusst wird, dass er erfolgreich seine Rache üben konnte, allerdings wird ihm gleichzeitig auch klar welchen grausamen Preis er zahlen musste und wie viele Menschen durch ihn und seinen Rachefeldzug zu Schaden gekommen sind.

WSTLND Messiah geht dann bedeutend erhebender und erlösender zu Werke. Wir wollten hier nochmal einen Endpunkt mit einem etwas seichteren Song bieten, auch für uns, um nach guten 40 Minuten Gefrickel einen eher beatigeren Abgang zu schaffen. Hier soll der Frieden des Lonestars mit sich selbst symbolisiert werden. Einige Zeit nach seiner vollendeten Rache lässt sich unser Held nieder und baut eine neue Siedlung inmitten der Wastelands auf. Von nun an fühlt er sich aber als Beschützer und Wahrer des Friedens in der post-apokalyptischen Einöde und beschützt mit seinen neu gewonnenen Kräften und Erfahrungen die Hilfebedürftigen.


Wie setzt sich euer Sound zusammen und was für Equipment benutzt ihr so?

Ich glaube für uns ist es ziemlich wichtig als Einheit, sozusagen als große Maschine, zu agieren. Bass und Gitarre spielen neben den fetten Unisono-Parts gegenläufige Riffs um eine gewisse Spannung zu erzeugen und da kommt es teils auf kleine Nuancen im Spiel an. Die Gitarre ersetzt dazu oft den Gesang in den Liedern, während der Bass neben dem Low-End die Aufgabe der Rhythmus- oder zweiten Gitarre übernimmt. Natürlich bedienen wir uns da einer ganzen Menge an Effekten um das fette Fundament mit nur drei Instrumenten zu erzeugen. Unser Standard Tuning ist in der Regel auf C, für einige neue Songs spielen wir auch im A Tuning.




Das aktuelle Gitarren Set-Up ist wie folgt:

Gitarre: Gibson SG Special -> Boss TU2 -> Boss PW10 -> tc electronics sub n up -> Black Country Customs TI Boost -> JAM Pedals Rattler -> XVive W1 Wave Phaser -> MXR Carbon Copy -> Boss Terra Echo -> Boss RV6 -> Marshall TSL 60 + Marshall 4x12

bis vor kurzen gab es auch noch andere Pedale auf dem Board wie z.B. den Bad-Motherfuzzer von Dr. No.




Das aktuelle Bass Set-Up:

Bass: Yamaha BBP34 oder Dunable R2DE -> Boss FV50H (Tuner im Bypass) -> One Control Minimal White Loop auf Maxon Hybrid Bass Driver oder Idiotbox Blower Box Deluxe (beide mit Cleanblend ca. 50/50) -> Black Arts Toneworks LSTR -> EHX Bass Clone -> OBNE Procession -> EHX Canyon ->DOD Meatbox -> Dunlop Cry Baby Bass Wah -> Ampeg SCR-DI -> Orange OB-500 -> FMC 4x10

bis vor kurzem wurde hier ein aufwändiges Splitsystem mit einem KMA Tyler oder einem LS2 gefahren und Pedale wie der Pisshead von Red Mod Pedals verwendet und in einem Clean Blend gefahren.




Am Schlagzeug finden wir:

Drums: Natal arcadia . Birch
Größen : 12‘ ,16‘,22‘
Snare: 14 x 8 Messing
Felle: Evans
Becken : Zultan
Sticks: Rohema rt5b





Als Synth benutzen wir einen Micro-Korg und als Sampler einen Roland spd sx pro.


Was war für euch der bisher beste Moment mit Wasteland Haze?

Die mehrtägige Tour zum Release von Lonestar war natürlich fett. 10 Tage auf Achse und Musik machen ist schon ein bedeutendes Erlebnis. Allgemein war der letzte Release für uns enorm wichtig und bewegend. Aber abseits dessen gab es wirklich viele tolle Momente in unserer Geschichte, jeder Gig ist besonders, aber ich glaube unser persönliches Highlight, vor allem aus bandinterner Hinsicht war unser Konzert mit High on Fire in Köln. Erstmal ist High on Fire natürlich eine fantastische Band und Matt Pike eine absolute Ikone, aber für uns war es der erste Auftritt mit Hendrik am Schlagzeug und das ist natürlich schon ein Meilenstein in unserer dann doch recht kurzen Bandgeschichte.


Pic by Heike Leppkes


Was plant ihr für die Zukunft?

Ganz ehrlich sind wir das gerade ein bisschen am aussondieren, wie wir da jetzt genau weitermachen wollen. Der Release von Lonestar ist noch vergleichsweise frisch und wir versuchen uns gerade an ein paar neuen Sachen und Ideen. Nebenbei schreiben wir Geschichten für kommende Alben, weil wir das Konzept einer durchgehenden Geschichte weiter fortführen wollen. Wichtig ist natürlich, dass man sich Gedanken macht wie man sich für nächstes Jahr weiter aufstellen will und das wird sich wohl in den nächsten Wochen entscheiden. Wir werden auf jeden Fall weiter ordentlich unterwegs sein und hoffen natürlich neue Leute und Orte kennenzulernen. Ein bisschen Ausland und die paar Ecken in Deutschland, die wir noch nicht bespielt haben, wären natürlich toll.


Für einen weiteren Einblick zu den Aufnahmen zu unseren Aufnahmen zur Lonestar Platte könnt ihr euch auch mal unsere 4 passenden Youtube Videos angucken:





Und wenn ihr immer noch Bock auf mehr habt, dann checkt doch mal unsere Social Media Kanäle aus:



Ich hoffe ihr hattet Spaß mit unserer kleinen Ausführung. Wir würden uns wahnsinnig freuen, euch am 09ten Oktober im BrauArt begrüßen zu dürfen.

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