Der Sommer hat sich nochmal zurückgemeldet und bei unglaublichen 25°C, unmittelbar vor Oktober, geht es direkt weiter mit Blogworm #14. Vorab möchte ich die Gelegenheit nochmal nutzen und mich bei euch allen für die letzten Wochen bedanken! Sowohl dieser Blog, als auch meine Präsenz auf Instagram haben einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht, wofür ich wirklich mehr als dankbar bin. Es ist ein sehr gutes Gefühl zu merken, dass die Kreise die meine Beiträge erreichen langsam größer werden und immer mehr Leute erreichen. Dazu konnte ich schon ein paar Konzertangelegenheiten für nächstes Jahr klären, welche ich euch in den nächsten Wochen vorstellen werde. Stay tuned for more, sagt man da so schön.
Apropos Konzert! Diese Woche präsentiere ich euch die zweite Folge des Dreiteilers der euch auf die kommende Veranstaltung im BrauArt in Düsseldorf vorbereiten soll. Diese Woche geht es mit meiner eigenen Band Wasteland Haze weiter und wir erzählen euch einmal unsere Geschichte, teilen Gedanken, und stellen euch unser Equipment vor. Da ich natürlich hier auf beiden Seiten des Tisches sitze, haben wir das Ganze im Verbund geschrieben und hoffen euch einen spannenden Einblick in die Welt rund um die Wastelands geben zu können.
Wer ist alles bei Wasteland Haze dabei und wie lautet die Geschichte rund um das Projekt?
Wir sind seit unserer Gründung 2022 als Trio aktiv und spielen seit 2024 in der aktuellen Besetzung mit Björn an der Gitarre, Christian am Bass und Hendrik am Schlagzeug. Nebenbei bedient Christian noch gelegentlich den Mini-Korg und Hendrik feuert über ein Drumpad Sprach- und Geräusch Samples über das ansonsten rein instrumentale Geschehen.
Gegründet hat sich Wasteland Haze, wie bereits erwähnt 2022, formal erstmal als Nebenprojekt. Björn und Christian spielten vorher gemeinsam in einer anderen Band, die aber aufgrund eines akuten Sängermangels nie über den Proberaumstatus hinauskam. Als man dann endlich einen passenden Sänger gefunden hatte, wurde dieser kurz danach zum zweiten Mal Vater und unser guter Freund Basti am Schlagzeug entschied sich dazu ein Haus mit seiner Frau zu renovieren, wodurch das Projekt abermals auf Eis gelegt wurde. Aus diesem Umstand entstand die Idee sich mit einem neuen Schlagzeuger zu formieren und ein instrumentales Nebenprojekt zu gründen, welches durch die Unterstützung von Samples ein atmosphärisches Gesamtbild formt. Ein geeigneter Drummer war schnell gefunden, allerdings verlor man sich irgendwie während der Urlaubszeit aus den Augen und man hat von ihm nie wieder was gehört. Nach einer kurzen Suche konnte man mit Alex Raabe einen passenden Ersatz ins Projekt holen und an dem bereits geschriebenen Material weiterarbeiten. Witzigerweise ist unser bisher bekanntester Track Aftermath bereits ganz am Anfang des Projektes, sozusagen in der Ur-Besetzung mit dem ersten Schlagzeuger entstanden. In dieser Konstellation nahm man dann die Digitalveröffentlichungen Welcome to Wasteland Haze und die Fresh Hits from the Vault auf. Im Sommer 2023 stand dann auch das erste Konzert vor der Tür, welches im ebenfalls im BrauArt stattfand.
Im Sommer 2024 trennte man sich dann im beidseitigem Einvernehmen von Alex, da die Perspektiven über die Zukunft der Band auseinandergingen. Durch eine glückliche Fügung stand Hendrik gerade projektfrei zur Verfügung und dieser konnte bei einem uns sehr wichtigen Auftritt bereits einspringen, bevor wir ihn dann für die Veröffentlichungstour zur Wiederveröffentlichung unseres Debütalbums fest ins Boot holen konnten.
Was sind die bisherigen Veröffentlichungen der Band?
Im Jahr 2023 veröffentlichten wir digital unser Debütalbum Welcome to Wasteland Haze welches in einzelnen Kapitel vom atomaren Untergang unserer heutigen Zivilisation berichtet. Gerade die ersten drei Tracks Propaganda, Aftermath und Conclusion beschreiben hier die Zuspitzung des Geschehens und den finalen Untergang der modernen Welt. Die verbleibenden Tracks erzählen dann bereits lose einzelne Geschichten der Überlebenden, die versuchen in den post-apokalyptischen Wastelands um ihre Existenz zu kämpfen. Anfang 2024 folgte dann die EP Fresh Hits from the Vault, welche aus Songs bestand die wir zu dieser Zeit schon live spielten und kurz nach dem Debüt entstanden. Mitte 2024 kamen wir dann über unsere Freunde von Zen Trip in Kontakt mit Clostridium Records aus Bochum und so veröffentlichten wir das digitale Album nochmal auf Vinyl und CD.
Anfang diesen Jahres, genauer gesagt im April, folgte dann die Veröffentlichung unseres zweiten Albums Lonestar, bei dem wir einige Sachen anders machen wollten als bei unserem Release und uns da an einige Konzepte und Ideen getraut haben, die bei der ersten Platte noch nicht angewendet wurden. Die Arbeit und die Zeit haben sich vollends gelohnt und wir haben ein tolles Gesamtpaket auf die Beine stellen können, welches auch von den Kritikern sehr gut angenommen wurde. Das war definitiv ein Fortschritt und hat uns einen Pfad für kommende Ideen gegeben.
Was ist anders an Lonestar im Vergleich zum Debüt?
Erstmal erzählt das Album eine durchgehende Geschichte vom Intro mit Sunburn bis zum Outro von WSTLND Messiah. Wir haben im Vorfeld eine komplette Italo-Western Story geschrieben, versetzt in unser post-apokalyptisches Wasteland Setting und darauf dann die einzelnen Stücke geschrieben. Dadurch entstehen beim Komponieren der einzelnen Tracks direkt Eindrücke, Gefühle und Bilder die dann in die Musik einfließen. Das Resultat ist ein sehr cineastisches und tiefgehendes Songwriting. Das Album lebt, wie allgemein unsere Musik, von ruhigen Passagen, aufbrausenden und eher doomig-harten Momenten die sich abwechseln und so ein spannendes Gesamtbild liefern.
Dazu wollten wir mit einigen Synth-Einlagen dem Ganzen eine weitere, atmosphärische Ebene verleihen. Das war natürlich auch nicht ohne weiteres einfach durchführbar und man musste sich gerade technisch etwas einfallen lassen, wie einer von uns den Korg bedienen und gleichzeitig sein Hauptinstrument spielen kann. Da haben wir mit einem kleinen Midi-Controller und einigen von uns programmierten Korg Patches aber eine gute, reproduzierbare Möglichkeit gefunden.
Die nächste Herausforderung bestand bei der Bereitstellung der Samples. Bis dahin haben wir immer Gesprächs- und Geräuschfetzen bearbeitet, diese gepitcht, verzerrt und zurechtgeschnitten. So waren die Samples auf der ersten Platte zum Beispiel ein Zusammenschnitt von teils 30-40 einzelnen Sekundenparts und Einzelgeräuschen. Da wir bei Lonestar aber eine zusammenhängende Geschichte erzählen wollten, brauchten wir natürlich auch jemanden der in Art eines Hörbuches durch die Geschehnisse leitet. Hier hat sich Björns Frau dazu bereit erklärt und nach unseren Vorstellungen die passenden Samples und Gespräch eingesprochen, welche wir dann zusätzlich mit leichten Wabern, Knacken, Knarrzen oder anderen Effekten untermalt haben.
Pic by Kevinalleinimnetz
Was hat es genau mit der Geschichte von Lonestar auf sich und wie wirkt sich diese auf die Musik aus?
Das Album erzählt in einzelnen Kapiteln die Geschichte zu unserem Protagonisten des titelgebenden Anti-Heldens, dem Lonestar. Zu Beginn ist der Hauptdarsteller ein umherschweifender Ganove, der sein Überleben mit allerlei üblen Taten sichert und sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter zusammen getan hat. Als er eines Tages nach einem langen Raubzug in sein Camp zurückkehren möchte, findet er dies und seine Wegbegleiter gebrandschatzt und ermordet wieder. Schnell bemerkt er, dass er in einen Hinterhalt geraten ist. Er wird niedergestreckt und zum Sterben in den Wüsten der Wastelands zurück gelassen. Dieser ganze Handlungsbogen wird durch die musikalische Idee untermalt. Der Song beginnt sehr trocken und doomig während die Welt des Darstellers erklärt wird; als er die Umstände erkennt zieht der Song an und wird treibender um die rasante Jagd zum Camp darzustellen. Gen Ende wird es dann zunehmend doomiger und härter, als er seinen Peinigern vor Ort begegnet.
Im zweiten Teil Reincarnation wird unser Held von einem nomadischen Stamm aufgegabelt und wieder gesund gepflegt. Wir haben uns gedacht, in so einer post-apokalyptischen Welt werden immer nur Städte, Gelände oder ähnliches gezeigt. Meist moderne, uns ähnliche Menschen die aus ihrem Leben gerissen werden. Allerdings kam uns hier auch der Gedanke, was ist mit den Völkern die nicht direkt unserem normalen Alltag angehören und was passiert mit diesen nach so einer Weltuntergangs Katastrophe. Also haben wir ein indigenes Volk ins Spiel gebracht und dieses in die Story eingebaut. Der Verlauf ergibt sich dann auch so, dass wir im ersten, eher ruhigen psychedelischen Teil den Stamm in unsere Welt und die unseres Protagonisten aufnehmen. Im nächsten sehr doomigen, harten Teil erzählt dieser dem Stamm seine Geschichte, woraufhin diese beschließen ihn in seinem Rachegedanken zu unterstützen. Der zweite Teil des Songs handelt dann von der Wandlung vom Schurken zur Selbstfindung und der Entwicklung zum Lonestar, welcher durch seine Selbsterkenntnis übernatürliche Fertigkeiten erwirbt.
Der dritte Teil wird dann mit Pathfinder bedeutend treibender beziehungsweise zielstrebiger und zeigt die grausame Suche unseres Helden nach seinen Peinigern. Während er am Anfang noch ziemlich human und detektivisch nach Hinweisen und Anhaltspunkten sucht, wird er zunehmend verzweifelter, da er auf diese Art und Weise seinem Ziel kaum näher kommt. Ab der Mitte des Songs beginnt er dann zunehmend gewalttätig an Informationen zu gelangen und beginnt so eine blutige Rachejagd durch die Wastelands.
Bei Handful of Dust gelingt es dem Lonestar endlich seine Gegner ausfindig zu machen und er schafft es sie in einen Hinterhalt zu locken. Allerdings ist er ihnen zahlenmäßig unterlegen, schafft es zwar einen Großteil der Banditen auszulöschen und die Überhand zu gewinnen, aber am Ende seiner Kräfte steht er dem Kopf der Bande gegenüber, gegen den es zuerst chancenlos aussieht. Erst durch Zufall schafft er es ihn zu Fall zu bringen und seine grausame Rache zu nehmen. Das Ganze spiegelt sich auch im Verlauf des Songs wieder. Wir haben zu Start diesen brachialen Einstieg der in einem knackigen Sludge Riff mündet, dann der Übergang in eher psychedelische, nachdenkliche, fast zweifelnde Gefilde und dann wird es zunehmend treibend. Am Ende gibt es einen kurzen Break, bevor wir mit voller Gewalt in das wahrscheinlich gewaltigste Riff auf dem Album einsteigen. Es wirkt ein bisschen so, als würde das ganze Album sich bis dahin aufbauen, um sich in diesem kurzen Part zu entladen. Wir wollten da den Moment nachstellen in dem unserem Helden bewusst wird, dass er erfolgreich seine Rache üben konnte, allerdings wird ihm gleichzeitig auch klar welchen grausamen Preis er zahlen musste und wie viele Menschen durch ihn und seinen Rachefeldzug zu Schaden gekommen sind.
WSTLND Messiah geht dann bedeutend erhebender und erlösender zu Werke. Wir wollten hier nochmal einen Endpunkt mit einem etwas seichteren Song bieten, auch für uns, um nach guten 40 Minuten Gefrickel einen eher beatigeren Abgang zu schaffen. Hier soll der Frieden des Lonestars mit sich selbst symbolisiert werden. Einige Zeit nach seiner vollendeten Rache lässt sich unser Held nieder und baut eine neue Siedlung inmitten der Wastelands auf. Von nun an fühlt er sich aber als Beschützer und Wahrer des Friedens in der post-apokalyptischen Einöde und beschützt mit seinen neu gewonnenen Kräften und Erfahrungen die Hilfebedürftigen.
Wie setzt sich euer Sound zusammen und was für Equipment benutzt ihr so?
Ich glaube für uns ist es ziemlich wichtig als Einheit, sozusagen als große Maschine, zu agieren. Bass und Gitarre spielen neben den fetten Unisono-Parts gegenläufige Riffs um eine gewisse Spannung zu erzeugen und da kommt es teils auf kleine Nuancen im Spiel an. Die Gitarre ersetzt dazu oft den Gesang in den Liedern, während der Bass neben dem Low-End die Aufgabe der Rhythmus- oder zweiten Gitarre übernimmt. Natürlich bedienen wir uns da einer ganzen Menge an Effekten um das fette Fundament mit nur drei Instrumenten zu erzeugen. Unser Standard Tuning ist in der Regel auf C, für einige neue Songs spielen wir auch im A Tuning.
Das aktuelle Gitarren Set-Up ist wie folgt:
Gitarre: Gibson SG Special -> Boss TU2 -> Boss PW10 -> tc electronics sub n up -> Black Country Customs TI Boost -> JAM Pedals Rattler -> XVive W1 Wave Phaser -> MXR Carbon Copy -> Boss Terra Echo -> Boss RV6 -> Marshall TSL 60 + Marshall 4x12
bis vor kurzen gab es auch noch andere Pedale auf dem Board wie z.B. den Bad-Motherfuzzer von Dr. No.
Das aktuelle Bass Set-Up:
Bass: Yamaha BBP34 oder Dunable R2DE -> Boss FV50H (Tuner im Bypass) -> One Control Minimal White Loop auf Maxon Hybrid Bass Driver oder Idiotbox Blower Box Deluxe (beide mit Cleanblend ca. 50/50) -> Black Arts Toneworks LSTR -> EHX Bass Clone -> OBNE Procession -> EHX Canyon ->DOD Meatbox -> Dunlop Cry Baby Bass Wah -> Ampeg SCR-DI -> Orange OB-500 -> FMC 4x10
bis vor kurzem wurde hier ein aufwändiges Splitsystem mit einem KMA Tyler oder einem LS2 gefahren und Pedale wie der Pisshead von Red Mod Pedals verwendet und in einem Clean Blend gefahren.
Als Synth benutzen wir einen Micro-Korg und als Sampler einen Roland spd sx pro.
Was war für euch der bisher beste Moment mit Wasteland Haze?
Die mehrtägige Tour zum Release von Lonestar war natürlich fett. 10 Tage auf Achse und Musik machen ist schon ein bedeutendes Erlebnis. Allgemein war der letzte Release für uns enorm wichtig und bewegend. Aber abseits dessen gab es wirklich viele tolle Momente in unserer Geschichte, jeder Gig ist besonders, aber ich glaube unser persönliches Highlight, vor allem aus bandinterner Hinsicht war unser Konzert mit High on Fire in Köln. Erstmal ist High on Fire natürlich eine fantastische Band und Matt Pike eine absolute Ikone, aber für uns war es der erste Auftritt mit Hendrik am Schlagzeug und das ist natürlich schon ein Meilenstein in unserer dann doch recht kurzen Bandgeschichte.
Pic by Heike Leppkes
Was plant ihr für die Zukunft?
Ganz ehrlich sind wir das gerade ein bisschen am aussondieren, wie wir da jetzt genau weitermachen wollen. Der Release von Lonestar ist noch vergleichsweise frisch und wir versuchen uns gerade an ein paar neuen Sachen und Ideen. Nebenbei schreiben wir Geschichten für kommende Alben, weil wir das Konzept einer durchgehenden Geschichte weiter fortführen wollen. Wichtig ist natürlich, dass man sich Gedanken macht wie man sich für nächstes Jahr weiter aufstellen will und das wird sich wohl in den nächsten Wochen entscheiden. Wir werden auf jeden Fall weiter ordentlich unterwegs sein und hoffen natürlich neue Leute und Orte kennenzulernen. Ein bisschen Ausland und die paar Ecken in Deutschland, die wir noch nicht bespielt haben, wären natürlich toll.
Für einen weiteren Einblick zu den Aufnahmen zu unseren Aufnahmen zur Lonestar Platte könnt ihr euch auch mal unsere 4 passenden Youtube Videos angucken:
Und wenn ihr immer noch Bock auf mehr habt, dann checkt doch mal unsere Social Media Kanäle aus:
Willkommen zu einer Sonderfolge des Blogworms. Oakfarm aus Kiel hat ein neues Musikvideo online gestellt und mir im Vorfeld ein Mini-Interview gegeben, um uns auf ihr kommendes Album vorzubereiten. Das Ganze würde ich in dem Zuge nutzen um euch auf ein paar weitere Videos aufmerksam zu machen, die in den letzten Wochen das Licht der Welt erblickt haben. Viel Spaß bei der Sonderfolge.
Oakfarm - Too Soft For Some Too Hard For Others
Das zweite Album von Oakfarm steht in den Startlöchern und ich freue mich, euch ein Mini-Interview mit den Kielern zur Verfügung zu stellen. Der Release des Albums ist für den 03. Oktober 2026 geplant!
Moin, am besten stellt ihr euch erstmal vor, erzählt uns wer so dabei ist und klärt uns ein bisschen über die Geschichte hinter Oakfarm auf.
Arne und Dennis haben vorher zusammen bei Bone Man gespielt und Tobi war bei Sons And Preachers. Wir wollten schon immer mal zusammen Musik machen und dann hat sich 2022 aus dem jammen Oakfarm heraus entwickelt.
Bisher habt ihr 2024 euer selbstbetiteltes Album "Oakfarm" rausgebracht und euch damit doch einiges an Anerkennung und positiver Resonanz einspielen können. Am 03ten Oktober folgt dann das erwartete zweite Album "Too hard for some, too soft for others" welches mit den beiden Songs "Oakpop" und "Lucy" bereits angeteasert durch unsere Gehörgänge sprudelt. Wie seht ihr die Entwicklung der Band seit eurem Debüt und was ist die Story hinter eurer neuesten Veröffentlichung?
Wir wollten mit unserem zweiten Album etwas experimenteller, düsterer und schwerer, aber auch eingängiger werden. Der Titel ergab sich daraus, dass manche Leute sagen wir sind denen zu hart und andere sagen, denen ist es nicht hart genug. Daraus haben wir ein Konzept gemacht.
Habt ihr das alles DIY gestaltet oder hattet ihr Unterstützung bei den Aufnahmen, Grafiken etc.? Wer darf in den Credits für dieses Album auf keinen Fall fehlen? Gerade das Design für die Platte und die Singles ist ja schon gigantisch gut.
Die Idee zum Cover kam von uns und unser Freund Samson J. Goetze hat das wie immer super umgesetzt. Aufgenommen haben wir bei unserem Freund Martin Frank in Österreich und gemixt und gemastert hat das Marco Lima aus Portugal. Keiner von denen darf in den Credits fehlen, weil das ohne die Jungs nicht machbar gewesen wäre.
Im Zuge des Releases habt ihr eine wirklich große Tour durch die Republik geplant und im Herbst seid ihr mehr als ordentlich unterwegs. Habt ihr das alles selber geplant, oder bekommt ihr da tatkräftige Unterstützung? Gibt es da Konzerte, auf die ihr euch besonders freut?
Das Meiste haben wir selber gebucht. Wir spielen immer gerne live und freuen uns auf alle Termine.
Was ist für die Zukunft von Oakfarm geplant, nachdem ihr das Album auf die große Reise geschickt habt?
Schauen wir mal was sich so ergibt
Zu guter Letzt natürlich ganz wichtig! In welchen Versionen wird der Release verfügbar sein und wo können wir uns das gute Stück zulegen oder bestellen?
Wir bringen die neue Scheibe auf CD und LP raus, gibt es ab dem 03.10.26 auf unseren Konzerten, bei Bandcamp, Pink Tank Records oder als digital Release auf allen gängigen Plattformen.
Gestern kam dann noch ein passendes Musikvideo der Band online um uns weiter auf das Album vorzubereiten. Zieht es euch rein, viel Spaß!
Godzilla in the Kitchen - Humility
Auch Godzilla in the Kitchen haben ein neues Video vor einigen Tagen veröffentlicht und bereitet uns damit ebenso auf ihr kommendes Album Termination Sequenze vor. Dieses erscheint am 23. Oktober 2026 über Tonzonen.
Gentle Beast - Green Machine
Ebenfalls meldet sich Gentle Beast mit einem Video zurück und bringt mit einem Cover von Green Machine des Genreprimus Kyuss eine frische Version des All-Time Classics. Dazu gibt es ein passendes Video der Schweizer!
Wasteland Haze live at Pitcher / Konzertgänger
Wasteland Haze durfte vergangenen Mittwoch Urne aus Großbritannien supporten und wurde dabei komplett aufgezeichnet. Der User Konzertgänger stellt das Video auf seinem Kanal zur Verfügung und erweitert hier sein umfassendes Arsenal an Livevideos! Zieht euch den Kanal von Konzertgänger auf jeden Fall mal rein, da gibt es eine Menge an Livematerial!
Und es ist schon wieder Wochenende. Gefühlt vergeht die Zeit gerade wie im Flug... nun ist es aber erstmal Zeit für die Bandvorstellungen, die ich ab jetzt aber etwas abändern möchte und nur noch 4 anstatt 5 neue Bands vorstelle. Das hat einfach damit zu tun, dass ich so die Sichtbarkeit aller Teilnehmer auf dem Deckblatt für Social Media erhöhen kann und nicht nur die der erst erwähnten Band der Folge. Wenn ihr mögt, gebt mir doch gerne euer Feedback zu dem Thema
Earth Bong - Third Eye: Bereits im August veröffentlichte das Kieler Doom Trio ihre Singleauskopplung "Third Eye" für das kommende Album "SALUTATIONS TO THE CULTIVATORS" und geben uns in einem über 8-minütigen Doom Spektakel einen Ausblick auf den Release am 23ten Oktober. Absolut gnadenlos, brutal schleppender Baller-Doom, vollgefüttert mit Riffs für alle Fans von Vertretern wie Bongzilla, Belzebong oder auch Electric Wizard. Die seit 2018 aktive Band veröffentlicht damit dieses Jahr bereits Album Nummero 4, nebst einem zusätzlichen Livealbum aus dem Jahr 2025! Wahnsinn! Kleine Scherben - Lie to me: Ja auch eher artverwandte Sachen gehören in diese Vorstellung. Immerhin deckt der Begriff Heavy Underground natürlich nicht nur die Stoner, Doom, Psychedelic und Sludge Szene ab und deshalb rutscht diesmal auch mal eine ordentliche Portion Grunge aus Düsseldorf in die Liste. Mit Kleine Scherben haben wir einen ganz jungen, super spannenden Vertreter des 90er Jahre Geknödels und ihr Song Lie to me bringt genau dieses Gefühl auf den Punkt. Übrigens richtig frisch, das Debütalbum "Kill your Darlings" erschien erst im April 2026. Und als kleiner, weiterer Einblick hier noch ein Video der Rheinländer:
Der neue Planet - Instabile weiße Zwerge: 2024 erschien Schwerkraft für Anfänger, das bis dahin das dritte und aktuellste Album der Kölner darstellt. Auf diesem Release an dritter Stelle steht der Track, instabile weiße Zwerge und der ist ein dickes Brett für alle Freunde der instrumentalen Musik da draußen. Wer dem Blog etwas folgt wird merken, dass der Name "Der neue Planet" in unterschiedlichsten Interviews immer wieder fällt, das kommt nicht von ungefähr. Als einer der Motoren der lokalen Szene vernetzen die Domstädter, organisieren und supporten die Gemeinschaft inständig. Als Band geht man hier einen sehr eigenen Weg - jazzig, bluesy, groovy, pulsierend und noch viele, viele andere Worte mehr. Viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Drummer, wir alle drücken euch ganz fest die Daumen!
Emperors Lair - Gravity: Herzhaft, fetter Stoner aus Frankfurt am Main gefällig? Emperos Lair bietet da Abhilfe und präsentiert euch eine miesgeile Mischung aus Stoner, Doom und Psychedelic. Das macht richtig Laune und feine Jungs sind se auch noch nebenbei! Einfach ein gutes Gesamtpaket, welches ihr euch defintiv mal reinziehen solltet! 2023 erschien ihr Album Dare Mighty Things und darauf ist Gravity enthalten, welcher einen guten ersten Einblick in die Band gibt! NUTZT DAS!
Langsam aber sicher bewegen wir uns auf die nächste Veranstaltung meinerseits zu und vielleicht ist das eine gute Möglichkeit, euch hier einmal die Woche die Bands für das Konzert am 09ten Oktober im BrauArt näherzubringen. Natürlich mit einem kleinen Interview zur Band und einem übersichtlichen Rig Rundown! Weil ganz ehrlich, gibt es etwas schöneres als einem anderen Musiker auf sein Pedalboard zu schauen, Meinungen zu teilen oder sich pfiffige Ideen auszuklügeln? Ich denke nicht und deswegen viel Spaß bei Blogworm #13 - diesmal frisch aus Kaarst.
Manchmal sind es die kleinen, eher unscheinbaren Bands die einen live faszinieren, mit ihrem eigenen Sound und Vibe überraschen und einen nachhängenden Eindruck hinterlassen. Diese Unbeschwertheit die solche Vertreter ausstrahlen, bevor diese dann selbst ein Feuerwerk auf der Bühne zünden und ein erstauntes Publikum zurücklassen wirken in gewisser Weise magisch. Eine diese Bands die ich dieses Jahr kennenlernen durfte sind Space Cruiser aus Kaarst! Thor, Tobi und Karsten standen mir zum Interview bereit und ich freue mich euch heute eine Band vorstellen zu dürfen, die auf jeden Fall eure Aufmerksamkeit verdient hat.
Moin, stellt euch und euer Projekt Space Cruiser am besten einmal kurz vor und erzählt uns eure Geschichte.
Die Band Space Cruiser wurde im Jahr 2345 von aufständischen Minenarbeitern gegründet, die von einem gekaperten Patrouillenschiff des imperialen Pharma- und Digital-Kartells aus die Galaxie mit vorwiegend politischer und sozialkritischer Rockmusik beschallten.
Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands im Jahr 2354 gelang es dreien der ehemals fünf Bandmitglieder, in das 21. Jahrhundert zu fliehen. Um ihre Vergangenheit in der Zukunft nicht zu gefährden – oder umgekehrt …? – beschlossen die drei, eigentlich recht ambitionierten Musiker, von nun an nur noch höchst unpolitische Instrumentalmusik ohne jedes Konzept zu produzieren.
In welchen Projekten seid oder wart ihr bisher aktiv? Wie ist der musikalische Werdegang der einzelnen Mitglieder?
Thor: Ich spiele seit ca. drei Jahrzehnten Gitarre, wenn es sein muss auch mal Bass und ein kleines bisschen Drums und Keys. Ich habe schon in einigen Bands mit zahlreichen Gigs gespielt, unter anderem auch in Frankreich, Belgien und Luxemburg. Da ich von Anfang an von der Produktion von Musik fasziniert war und mich viel mit Recording und Mixing beschäftigt habe, habe ich vor zwei Jahren ein Studium als Audio Engineer abgeschlossen. Mit Tobi am Schlagzeug mache ich mittlerweile seit über zehn Jahren Musik in verschiedenen Line-ups. Mein Bruder Karsten ist dann vor ca. acht Jahren am Bass dazu gekommen. Parallel zu Space Cruiser betreibe ich noch mein Progressive-Art-Rock-Projekt „Forgot The Name“, das ich alleine in meinem Homestudio produziere.
Tobi: Vor Space Cruiser habe ich in den Combos Slomind (Stoner/Metal) und Bunghole (Thrash/Crossover) Bass gespielt. Außerdem spiele ich bei Chucky & Tobi Im (Kon)Takt selbstgebaute Kofferdrums. Ans Schlagzeug spielen bin ich eher durch Zufall ran gekommen. Wie das so ist wenn im Proberaum ein Set steht und man nach der Probe noch Bock hat ein bisschen die Kessel zu bearbeiten. Über die Jahre habe ich mir so Autodidakt das Schlagzeug spielen angeeignet.
Karsten: Ich bin seit acht Jahren bei Space Cruiser und spiele Bass. Mit 15 Jahren habe ich angefangen, Bass zu spielen. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich bin diesem Instrument bis heute treu geblieben. Ich liebe die Vielseitigkeit dieses Instruments mit seinen unterschiedlichen Anschlagsformen und der Möglichkeit, sowohl Harmonien zu spielen als auch rhythmisch zu agieren.
Ich habe fast ausschließlich in Bands gespielt. Prägend waren für mich die Arrangements mit Stranger MC und Mondfish. Während wir bei Stranger MC eher Funk-Rock-Grooves nach dem klassischen Songwriter-Modell erstellten, war das Konzept von Mondfish rein experimentell. Unser damaliger Auftritt im Museum Abteiberg in Mönchengladbach war eine Live-Video-Performance mit mehreren Screens und Projektionen, die musikalisch untermalt wurden. Für mich ist Space Cruiser in gewissem Sinne eine Fortführung dieses Konzepts.
Woher nehmt ihr eure Inspiration, die am Ende zur Musik wird? Wird beim Songschreiben hauptsächlich gejammt, oder arbeitet ihr eher nach Riffs?
Karsten: Die Inspiration entsteht bei uns aus verschiedenen Dingen. Einerseits natürlich hauptsächlich durch das Hören von Musik, andererseits entsteht sie durch ein „morphisches Feld“, das wir versuchen einzufangen und musikalisch wiederzugeben.
Thor: Songwriting im klassischen Sinne ist bei uns eher selten, da wir die meiste Zeit – auch live – improvisieren. Das Konzept des freien Jams hat uns auf kurz oder lang überzeugt und macht einfach nur Laune. Wenn wir doch mal einen Song schreiben, steht meist ein Gitarrenriff am Anfang.
Tobi: Wir machen schon lange zusammen Musik und sind absolut aufeinander eingegroovt. Teils hören wir uns vor einem Gig auch etwas warm, zum Beispiel mit Long Distance Calling.
Ihr seid Mitglieder im örtlichen Musikernetzwerk K*Buff. Was ist das, wer ist noch so alles dabei und wie wichtig findet ihr es, sich lokal mit anderen Musikern in solchen Vereinen zu vernetzen?
Tobi: Der K*Buff ist ein gemeinnütziger Verein für Subkultur und Kleinkunst. Ich bin dort als stellvertretender Vorstand aktiv.
Der Verein möchte jedem eine Bühne bieten, der sonst vielleicht nicht die Möglichkeit dazu hätte. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Konzept des freien Eintritts beziehungsweise „Hut geht rum“.
Dadurch soll es jedem ermöglicht werden, beispielsweise ein Konzert zu besuchen. Für uns ist es sehr wichtig, sich untereinander zu vernetzen. Nur so kann man die verschiedensten Verbindungen herstellen. Man trifft immer wieder geile Leute, die dieselben Ideale verfolgen, und daraus entstehen neue Kontakte, Projekte und Möglichkeiten.
Thor: Ich bin eher nicht so der Vereinstyp, aber den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Musikern finde ich wichtig und oft sehr inspirierend.
Seid ihr noch in anderen Netzwerken oder Vereinen aktiv?
Nein, aktuell nicht.
Bei euch gab es meines Wissens nach bisher nur digitale Veröffentlichungen. Soll sich das in Zukunft ändern und ihr bringt was auf CD oder Vinyl raus?
Thor: Ja, auf jeden Fall! Vinyl ist immer noch der große Traum – fett analog produziert, im großen Studio, durch eine Neve oder SSL auf Band … das wär’s.
Aber dafür müssen wir wohl noch ein bisschen sparen.
Tobi: Für mich als Vinyl Hörer ist es natürlich immer ein Traum seine eigenen Werke auf solch einem Teller aus schwarzem Gold zu verewigen! Durch die beiden vorherigen Bands weiß ich auch das es kein Traum bleiben muss! Wer weiß was da noch kommt ;-)
Ihr geht, im Vergleich zum standardmäßigen Stoner-Amp-Worship, den Weg über digitale Amp-Sims. Wie kam es dazu, was ist der Vorteil für euch und seht ihr da Nachteile? Ohne entsprechende PA vor Ort wird es ja auch schwer, oder seid ihr da entsprechend vorbereitet?
Thor: Ich habe immer mal wieder digitale Boards ausprobiert. Obwohl ich ein überzeugter Röhrenfan bin, sehe ich doch auch die Vorteile dieser All-in-One-Kisten: einfache Live-Bedienung, Zuverlässigkeit, keine Schlepperei, schneller Umbau und ein konstanter Sound. Bislang konnten mich diese Kisten aber nicht wirklich überzeugen und ich bin bei meinen Valve-Amps – Marshall 50W Plexi, Marshall DSL 100, Engl Ritchie Blackmore und Engl Fireball – geblieben. Das Headrush mit seiner Ampclone-Technologie war das erste Digitalgerät, das für mich ausreichend authentisch klingt, um es live zu verwenden. Das mache ich jetzt seit ca. anderthalb Jahren. Vorher gab es für mich nur Röhrenamp und 4x12er auf der Bühne. Eine geeignete PA vor Ort ist mittlerweile ja fast Standard. Allerdings bevorzuge ich meine eigene Monitorbox, da ich mit den Monitoren vor Ort schon weniger gute Erfahrungen gemacht habe. Falls mal keine PA vorhanden ist, können wir unsere eigene mitbringen – eine 900-Watt-„Eigen“ aus den 90ern. Ansonsten gilt: Valves and Four by Twelves!
Karsten: Da ich gerne experimentell mit meinem Bass arbeite, bietet mir das Digitalboard die optimalen Bedingungen dafür. Damit lassen sich suspekte und fremdartige Töne erzeugen, aber auch drückende, fette Bass-Sounds. Testen und kalibrieren können wir die Einstellungen über unsere PA.
Diese digitale Geschichte, wie ihr sie nutzt, habe ich bisher in sehr gut ausgeklügelter Version, wie bei euch gesehen, allerdings auch schon bei anderen Bands in, ich nenne es mal so, mangelhaftem Zustand. Da waren teilweise Bands, die haben für ihren Soundcheck zwei- bis dreimal so lange gebraucht wie wir und am Mischer lag es nicht. Da muss schon jemand Zeit damit verbringen, alles an den Start zu bringen und sich damit auseinanderzusetzen, oder? Wie läuft das bei euch ab?
Thor: Als mittlerweile recht erfahrener Gitarrist und Audio Engineer habe ich keine Probleme damit, meinem Board ansprechende Klänge zu entlocken.
Wir beschäftigen uns im Vorfeld intensiv mit unseren Sounds und Einstellungen. Dadurch wissen wir ziemlich genau, was wir live brauchen und was wir an die PA beziehungsweise auf die Monitore schicken.
Würdet ihr mir einen ausführlichen Rig Rundown geben, so als kleine Vorbereitung auf das kommende Event am 09. Oktober im BrauArt?
Thor: Ich spiele bei Space Cruiser hauptsächlich Hagstrom-Gitarren: eine Northen, eine Super Swede – beide LP-Style – und eine Deuce F, eine Double Cut, Semi-Hollow mit Humbuckern und 25,5” Mensur.
Alle Gitarren spiele ich im Standard-E-Tuning. Das Signal läuft durch mein Headrush Prime mit Stereo-Ausgang über 2x XLR Line Out. Eine Monitorbox bringe ich selber mit.
Karsten: Ich spiele ausschließlich einen Fender Jazz Bass Made in Japan. Diesen spiele ich seit nunmehr 30 Jahren. Andere Bässe konnten mich nicht abholen. Ich liebe dieses Ding wie meine Partnerin.
Durch mein Digitalboard kann ich den Bass sowohl mit drückenden, fetten Sounds als auch mit experimentellen und fremdartigen Klängen einsetzen.
Tobi: Mein jetziges Set ist ein Kirchhoff Acryl Set in giftgrün. Kesselgrößen: 10“ TomTom, 14“+16“ FloorTom, 22“ Bassdrum (mit LED Ring), 14“ Mapex Exterminator Snare
Meine Cymbals sind bunt gemischt: 14“ Meinl Headliner Brass HiHats, 8“ Fame Splash, 17“ Anatolian Baris Crash, 17“ Zultan RAW Crash, 21“ Zildjian ZBT Ride, 12“ Meinl HCT Crash Stacks
Fußmaschine: Fame DFP9001 (nutze aber nur ein Pedal)
Sticks: all Time Favourites „Pro-Mark Classic Hickory 5B“ und ein paar NoName Schlägel für den Effekt.
Wenn wir Live spielen ist natürlich oft Festival-Besteck angesagt (Snare, Fußmaschine, Becken) aber ich bin immer froh wenn das Kit eher klassisch aufgebaut ist und man nicht zu viel daran rumschrauben muss.
Was plant ihr für die Zukunft von Space Cruiser?
Thor: Wir wollen noch viele Gigs spielen – im Frühjahr und Sommer am liebsten kleine Open-Air-Festivals und im Herbst und Winter Underground-Clubs.
Tobi: Außerdem wollen wir mal so richtig ins Studio und eine Platte produzieren. Vinyl ist dabei nach wie vor ein großer Traum. Musikalisch wollen wir wachsen und gleichzeitig weiterhin Spaß an der Musik haben.
Karsten: Mir ist dabei vor allem wichtig, weiterhin das morphische Feld mit meinen Bandkollegen wahrzunehmen. Ohne diese Inspiration ist alles nix. Und natürlich wäre es schön, wenn wir andere Menschen daran teilhaben lassen können.
Wer sich noch weiter über das Kaarster Trio informieren möchte, sollte auf jeden Fall deren Social Media Kanälen einen Besuch abstatten.
Der dann doch für eine aus dem Stonergefilde stammende Weg ungewöhnliche Weg das komplette Set-Up auf Digiboards auszurichten war eine für mich interessante Erfahrung und ich freue mich auf die nächsten Wochen, wenn wir hier nochmal über die Rigs von Wasteland Haze und TFNRSH reden werden. Wer sich das mal genauer angucken möchte, sollte auf jeden Fall am 09ten Oktober ins BrauArt kommen, wenn dort ein instrumentaler Abend der Extraklasse gefeiert wird!
Willkommen zur dieswöchigen Bandvorstellung für den deutschsprachigen Heavy Underground. Wie jeden Freitag stelle ich euch heute 5 spannenende Bands aus dem deutschsprachigen Raum vor und verknüpfe das wie immer mit der passenden Playlist auf Spotify. Guckt gerne auch nochmal beim dieswöchigen Blogworm vorbei! In einer XXL Ausgabe mit Thomas von Broken Music gab es viele spannende Themen rund ums Booking, weswegen ich ihm hier auch nochmal einen Ehrenplatz gegeben habe.
Camel Driver - Celestial: Ich glaube um meine Vorliebe zur instrumentalen Musik der härteren Gangart mache ich wirklich keinen großen Hehl und so war es früher oder später absehbar, dass Camel Driver aus Kiel den Weg in die Bandvorstellungen findet. Das Dreigespann gründete sich 2012 und zeigt seitdem einen gut gespielten Mix aus Desert und Stonerrock. Wirklich sehr gut hörbar, mal zum träumen, mal mehr auf die Zwölf. Wer sich Camel Driver und andere fantastische Bands wie Mass Rift, Oakfarm und andere am Wochenende mal reinziehen möchte sollte sich defintiv mal das Pink Tank Open Air am Samstag im Freibad Osterrönfeld reinziehen! Als kleinen Vorgeschmack gibt es Celestial vom Album \ /.
Fogdriver - Dancing Fire: Diese Woche zog ein ganz besonderes Gespann meine Aufmerksamkeit und die vieler anderer auf sich! Fogdriver aus Giengen/Heidenheim präsentierten in einem kurzen Video 2 anstehende Auftritte, die die Band von der Bühne in einen Kinosaal zieht. Lichtshows sind in der psychedelischen Musik keine Ausnahme, allerdings baut Fogdriver eine passende Symbiose aus Musik und Licht auf. Wer so eine Livelichtshow schonmal gesehen hat, wie sie zum Beispiel auch auf der Clostridium Label Night zur Praxis kommt, weiß wovon ich rede, wenn ich sage, dass das einfach nur ein beeindruckendes Gefühl hinterlässt. Die Band stellt sich hier als audiovisuelles Gesamtkonzept vor und hat so als Mitglieder nicht nur David (Gitarre), Jogi (Bass, Synths) und Otis (Drums), sondern auch Tanja für Licht und Visuals in der Besetzung stehen. Super spannendes Projekt, tolle Musik und live ein wahres Erlebnis!
Stonerhead - Running Low: Yes und hier wieder der Sprung zur dieswöchigen Blogwormfolge. Stonerhead war eine der ersten Bands, die Thomas von Broken Music zu seinem Roster verpflichten konnte. Wer sich das dynamische, energiegeladene Quartett aus Bielefeld mal zu Gemüte führt. wird von einem abwechslungsreichen, groovy Mix aus Hard-Rock und Stoner überrascht. 2024 erschien das derzeit aktuellste Album der Band "Running High", welches ironischerweise mit dem Banger Running Low aufwartet. Die Gründung des Projektes liegt dabei um einiges weiter zurück und die Band ist seit 2013 gemeinsam unterwegs.
Cosmic Marauder - Midjoint Experience: Düsseldorf Helau! Diese Woche darf natürlich keine Band der Düsseldorfer Untergrund Szene fehlen und deswegen gibt es diesmal mit Cosmic Marauder einen richtigen Banger. Treibender, psychedelic Stoner mit einem Brett einer Stimme. Harte, tiefgründige Gitarrenriffs, grummelnde Bassparts in gut gemachter Abwechslung zu eher psychedelischen Einflüssen. Das macht was her und ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Torsion - Dogs n Bones: Die psychedelic Rock Band aus Dortmund gründete sich 2021 und stehen seit 2022 gemeinsam auf der Bühne. Ein bisschen Blues, Acid, Psychedelic und Alternative gepaart mit tollen Livelichtshows und einer einprägenden Performance. Das hört sich nicht nur gut an, sondern macht auch einiges her wie mein Beispielvideo inklusive Interview der Band in kleinem Maßstab zeigt. Wer das Ganze auch noch live erleben möchte, kann sich jetzt am Wochenende auf den Weg nach Köln machen und die Band gemeinsam mit Exdirectory im Stereo Wonderland mal genauer unter die Lupe nehmen.
Es ist wieder soweit und ich präsentiere euch hiermit feierlich Ausgabe Nummer 12 des Blogworms, dem Blog zum deutschsprachigen Heavy Underground mitsamt seiner Peripherie. Es tut sich was im Untergrund und so langsam merkt man das Abklingen des Sommerlochs. Immer mehr Wochenenden füllen sich mit den letzten Outdoor Festivals, spannenden Konzerten und dazu gibt es auch schon die ersten Ankündigungen für das nächste Jahr. Da kommt einiges auf uns zu!
Ich freue mich wahnsinnig über das folgende Interview, welches ich mit Thomas von Broken Music führen durfte. Nicht nur, dass wir das erste Mal öffentlich zusammen was veröffentlichen dürfen (unsere bisherige Zusammenarbeit lief ja bisher meist über verrauchte Hinterzimmerdeals), sondern auch weil ich glaube, dass wir hier viele Themen ansprechen können, die gerade junge und aufstrebende Bands und Musiker brennend interessiert. Wir reden über Booking, Promoting und Networking, drei mittlerweile eingedeutschte Wörter die für niemanden in der Musik ein Fremdwort sein sollten.
Hi Thomas, erzähle mir doch erstmal etwas über dich als Person und wie du an den Heavy Underground gekommen bist.
Hi Christian, und natürlich erstmal vielen Dank für die Interviewanfrage! Du hast ja schon das „Hinterzimmer“ angesprochen und tatsächlich ist das hier – bis auf zwei Sätze, die ich beim diesjährigen atMOERSphere Festival mit Tobi auf der Bühne wechseln durfte – das allererste Mal, dass ich mich und meine Arbeit auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit präsentiere.
Um deine Frage zu beantworten: Ich bin 39, lebe mit meiner Familie im schönen Trier und in den Heavy Underground - und speziell in unser Subgenre, das ich mal einfach als „Stoner & Co.“ umschreiben würde, bin ich tatsächlich relativ zufällig reingerutscht. Das fing alles mit einem kleinen privaten Festival an, das ich seit 2014 mit meinen Freunden in der Eifel organisiere. Das Ganze war eigentlich nie explizit als Stoner-Festival geplant, sondern hat sich durch die Qualität der Bands, die sich bei uns beworben haben, einfach so ergeben. Das waren ganz am Anfang zum Beispiel Plainride, die Galactic Superlords oder natürlich unsere Hausband Stonerhead. Im ersten Jahr sollten sogar Daily Thompson, damals natürlich noch auf einem anderen Level unterwegs, bei uns spielen, aber wir hatten dann kurzfristig keine PA. Die üblichen Startschwierigkeiten halt, wie sie jeder Veranstalter kennt.
Wie ist es zu der Idee mit Broken Music gekommen, was waren deine ersten Schritte und wohin hat sich das alles mittlerweile entwickelt?
Die „Origin-Story“ von Broken Music ist ganz klar mein gerade angesprochenes Festival, der „Broken Man“, daher auch der Name. Von da stammen meine ersten Szenekontakte und der Booking-Aspekt an der ganzen Sache hat mir schon immer wahnsinnig viel Spaß gemacht. Einige Jahre später bin ich dann in Trier dem Verein „Vinyl4Charity“ beigetreten, mit dem wir etwa fünf bis sechs Stoner-Shows im Jahr auf die Beine stellen. So hab ich dann gemerkt, dass das ganze mir noch mehr Spaß macht, wenn ich die Gelegenheit habe, sowas häufiger zu machen.
Und dann kam Corona, was sich bei mir privat größtenteils mit der Elternzeit überschnitten hat, und da hatte ich natürlich viel Zeit zu reflektieren, ob man die ganze Lebenszeit, die für Lohnsklaverei draufgeht, nicht irgendwie sinnvoller nutzen könnte.
Ich hab dabei wahnsinnig tollen Rückhalt von meiner Frau erhalten, im Mai 2023 meinen Job hingeschmissen und mich sofort Vollzeit in das Abenteuer „Booking & Promotion“ gestürzt.
Ich hab mir einen kleinen Business Plan erstellt, meine Trierer Jungs von TIER bei einer Probe besucht, einen Videocall mit Stonerhead gemacht, und schon hatte ich meine ersten beiden Bands. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön, denn ich glaube wenn die beiden gesagt hätten „brauchen wir nicht, geh nach Hause“, würde es Broken Music in der heutigen Form mit Sicherheit so nicht geben.
Dann hieß es erstmal „networking, networking, networking“ und ich hatte schnell eine riesige Zahl Bands und Veranstalter in meiner Liste. Eigentlich hab ich dabei auch keinerlei akribischen „Wachstumsplan“ oder sowas verfolgt, aber ganz organisch war dann irgendwie immer die nächste Tour größer als die letzte, die neueste Band ein kleines bisschen leichter unterzubekommen als die davor und so weiter. Das ist natürlich alles wahnsinnig überwältigend und man lernt jeden einzelnen Tag unglaublich viel, aber so seit anderthalb Jahren würde ich tatsächlich auch selbstbewusst sagen, dass ich inzwischen relativ genau weiß, was ich tue und wie der Job funktioniert.
Wie würdest du deine Arbeit beschreiben, die du für eine Band in die Hand nehmen kannst? Ich kann mich noch daran erinnern, dass du vor ein paar Jahren sehr, sehr viele kleine Bands unter Vertrag hattest und für diese Konzerte und Touren gebucht hast. Mittlerweile hast du wirklich ein paar Brecher in deinem Roster, wie hat sich deine Arbeit verändert im Laufe deiner Tätigkeit als Booker?
Das stimmt. Ich hab zwar von Anfang an an meine Idee geglaubt, aber mir war trotzdem überhaupt nicht klar, wie wertvoll diese Booking-Dienstleistung für Bands sein würde und wie gut das angenommen wird. Ich hatte ja auch keine Erfahrung und nur ein sehr dünnes Netzwerk, also war ich auch erstmal sehr dankbar für jede Band, die mir überhaupt die Chance geben wollte, mit ihr zu arbeiten. Ich musste also erstmal ganz grundsätzlich lernen, auch mal „Nein“ zu sagen. Gleichzeitig kamen dann die ersten Anfragen von Bands aus Übersee rein, deren Touren mittlerweile ein zentrales Standbein der Agentur sind.
Meine Arbeit hat sich dabei eher schleichend als schlagartig verändert und ich glaube, dieser Prozess läuft auch noch. Gutes Priorisieren der einzelnen Tätigkeiten nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, und dabei möglichst nie den Überblick über das große Ganze zu verlieren, sind eigentlich ständige Begleiter meiner Arbeit als Ein-Mann-Unternehmen.
Um das mal an einem konkreten Beispiel festzuhalten: Ganz am Anfang war ein Insta-Post, mit dem mit 48 Stunden Vorlauf eine Stoner-Band gesucht wird, die für Hut, Drinks und ne schimmelige Couch nach Buxtehude fährt, für mich ein Grund, sofort alles andere stehen und liegen zu lassen und dann nicht mehr locker zu lassen, bis ich den Slot mit irgendeiner Band besetzt hatte. Das hatte auch seinen Reiz und war eine interessante Challenge, um erstmal richtig in die ganze Sache reinzukommen, aber wenn ich mich von sowas heute immer noch ständig ablenken lassen würde, hätte jede meiner Touren 5 Offdays drin, weil die Zeit dafür dann schlichtweg fehlen würde.
Hast du Verbindungen zu Plattenfirmen oder anderen Bookern mit denen du zusammenarbeitest?
Sowas wie formal festgehaltene Kooperationen mit Labels gibt es nicht, aber wenn mehrere Leute an den Erfolg der gleichen Bands glauben, ergeben sich natürlich ganz automatisch unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Besonders liebgewonnene Partner in der Hinsicht sind in Deutschland auf jeden Fall Pink Tank Records und Noisolution und international Blues Funeral Recordings, Magnetic Eye Records und Ripple Music.
Es gibt auch sehr viele Booker-Kollegen, die ich kenne und schätze, aber auch hier gibt es keine klar definierten Kooperationen. Da bahnt sich allerdings gerade ein bisschen was an, und vielleicht sieht man die ein oder andere Broken Music Band ja demnächst auch mal in den USA, Kanada, Lateinamerika, Spanien oder Skandinavien.
Ab wann lohnt sich die Arbeit mit einem Booker? Du buchst deutschlandweit Bands und ich kann mir vorstellen, dass bei dir noch bedeutend mehr Anfragen reinkommen als bei mir, der nur ein paar regionale Veranstaltungen pro Jahr klar macht und dann entsprechend die Bands dazu sucht. Leider hat man da oft das Gefühl, dass da immer wieder Bands dabei sind die noch gar nicht bereit dazu sind auf die Rolle zu gehen und erstmal ihren lokalen und regionalen "Markt" auf sich aufmerksam machen müssen. Also ich bekomme immer wieder kurze knackige Dreizeiler per Mail in denen sinngemäß steht: "Mach mal Gigs klar, gerne auch Europa.". Wie siehst du das?
Da sprichst du was an, denn witzigerweise waren in meiner romantisch verklärten Vorstellung des Booking-Jobs am Anfang eigentlich genau diese „Verpeilos“ diejenigen, denen ich am dringendsten helfen wollte. Man lernt dann aber sehr schnell, dass man sich nur unnötig aufreibt und wahnsinnig viel Arbeitskraft für nichts und wieder nichts aufbringt, wenn die Band am anderen Ende der Gleichung nicht ausreichend professionell aufgestellt ist.
Um deine Frage konkreter zu beantworten: Ich sehe das ironischerweise mittlerweile so, dass ich einer Band dann am besten helfen kann, wenn sie nach außen hin so professionell wirkt, als hätte sie längst einen Booker, denn genau diese nach außen gelebte Professionalität erwartet dich in aller Regel dann auch im „Band-Innenleben“.
Hast du dich beim Booking schonmal so richtig in die Nesseln gesetzt? Es gibt ja immer wieder die verlockenden Angebote aus Übersee von vermeintlichen Riesenbands und wenn man ein bisschen hinter die Fassaden schaut merkt man relativ schnell, dass das wahrscheinlich nach hinten losgegangen wäre.
„In die Nesseln gesetzt“ würde ich nicht sagen, aber ich musste tatsächlich schon mehrfach Touren absagen, weil die jeweilige Band ein bisschen zu spät festgestellt hat, dass ihr die Reise nach Europa vielleicht doch einer Nummer zu groß ist, oder sie sich dann insgeheim doch bessere Deals erhofft hatte. Die ganze zusätzliche Arbeit, die sowas nach sich zieht, ist natürlich ziemlich ätzend.
Ich weiß also auf jeden Fall genau, was du meinst, würde den betreffenden Bands da aber keine bösen Absichten oder „false advertising“ vorwerfen wollen. Zum einen versucht ja jede Band, sich in ihrem Anschreiben so positiv wie möglich darzustellen und zum anderen fehlt Bands in den USA und anderen Teilen der Welt auch ein Stück weit der Einblick, wie der Markt hier bei uns funktioniert. Sie wissen zwar, dass es in Europa die wahrscheinlich verrücktesten und treuesten Stoner-Fans der Welt gibt, aber sehen nicht unbedingt das Investment, das erforderlich ist um sich diese Fans auch zu erspielen und hier durch eigene Zugkraft ausreichend Tickets zu verkaufen. Ein paar Platten international zu verkaufen ist ja eine Sache, aber die Leute, die vor Ort tatsächlich von ihrer Couch aufstehen und deine Show besuchen sollen, interessiert es meist relativ wenig, welche US-Festivals du schon gespielt hast und wie viele deiner Alben Doom Charts Platz 4 gegangen sind. Deine potenziellen Fans müssen dich erstmal irgendwie kennenlernen.
Und der Weg dahin führt vor allem in Deutschland nun einmal über eine Menge Hut- und Doordeal-Shows in kleinen Städten, gepaart mit einer Kulturförderung, die ein schlechter Scherz ist.
Das hier war jetzt übrigens so ziemlich genau eine verkürzte Übersetzung dessen, was ich auf solche Anfragen standardmäßig antworte. Mit den Bands, die mir dann zurückschreiben, dass sie genau diese „whatever it takes“-Attitude mitbringen um sich diese neuen Märkte zu erschließen, komme ich dann ziemlich oft zusammen.
Was war bisher die größte Überraschungsband, mit der du bisher zusammen arbeiten durftest?
Beim Schlagwort „Überraschungsband“ fallen mir ganz klar sofort The Neurophonic Temple aus Osnabrück ein. Das ist so eine richtig schön klassische „right place, right time“-Geschichte:
Vielleicht erinnerst du dich noch, dass ich dich Anfang des Jahres, am 17.01. morgens gefragt hatte, ob ihr mit Wasteland Haze bei einer Show in Witten einspringen könntet oder ob du alternativ noch andere Bandvorschläge für mich hättest. Die Band, die tatsächlich noch so spontan Zeit hatte, war dann eben The Neurophonic Temple, auf Empfehlung von Christian von Black Charger. Ich hab die Band dann ungehört gebucht, einfach weil ich froh war, dass die Kuh vom Eis ist und ich einigermaßen erleichtert zur Show losfahren kann.
Als die Jungs dann abends, aus logistischen Gründen sogar noch als Headliner, losgelegt haben – holy shit, was für ein wahnsinniges, psychedelisches Noise-Brett! Auch visuell mal was anderes, weil David, der singende Drummer der Band, sich frontal in der Mitte der Bühne aufbaut.
Ich hatte mir eigentlich gerade zum Jahreswechsel vorgenommen, bis auf weiteres keine neuen Bands mehr zu signen, die noch so klein sind, dass ich auf der Booking-Seite die komplette Aufbauarbeit von der Pieke auf selbst machen muss, da ich mittlerweile eigentlich auch immer anderthalb Jahre im Voraus ausgebucht bin, aber die Jungs meinten, dass sie im April ihr erstes Album veröffentlichen wollen. Ich hab dann angeboten, erstmal die Release-Promo für sie zu übernehmen. Die Resonanz der Reviewer und Radios war dann überwältigend gut, und außerdem sind die Dudes richtig korrekt, sodass wir dann auch noch bookingmäßig zusammengekommen sind.
Checkt die Band unbedingt mal aus, es lohnt sich, versprochen!
Ich glaube ein oft unterschätztes Thema für viele Musiker ist das Networking untereinander. Die Chancen, dass unter der Proberaumtür ein Zettel mit den anstehenden Tourdaten durchgeschoben wird sind wohl eher gering. Für Personen wie dich oder auch mich ist ein gut ausgebautes Netzwerk ja dann schon eher ein Pflichtprogramm. Wie siehst du das bei Bands und was können diese selber tun um sich ein geeignetes Netzwerk aufzubauen? In welche Richtung sollte man seine Fühler ausstrecken z.b. andere Bands, lokale Veranstalter, Promoter etc.?
Ich weiß gar nicht so genau, ob ich bei dem Thema als geeigneter Experte herhalten kann, denn jetzt kommt ein Satz, den du wahrscheinlich von keinem anderen Booker im Heavy Undergound je gehört hast: Ich spiele ja selbst in gar keiner Band!
Wahrscheinlich sind viele Wege, die ich beim Networking gegangen bin, ziemlich deckungsgleich mit denen einer DIY-Band, aber ich versuche auch bewusst, nicht zu viel in solche typischen Band-zu-Band-Sachen wie Tauschgigs oder die guten alten „Stoner Nights“ reinzupfuschen. Wenn Bands sich gut verstehen, sich gegenseitig supporten und dabei noch geile lokale DIY-Szenen aufbauen, ist das doch schonmal ne sehr coole Sache, wo ich mich nicht noch als Booker zwischenschalten muss.
Einen Tipp dazu, der eher aus meiner Perspektive hinsichtlich der strategischen Entwicklung einer Band kommt: Auch wenn sich die Tauschgig-Verpflichtungen irgendwann ein bisschen stapeln – spielt bitte nicht alle zwei Monate in eurer eigenen Stadt, sodass beim vierten Mal noch nichtmals mehr die Freundin eures Drummers Bock hat, mit zur Show zu kommen, sondern baut euch zu Hause einen echten Marktwert auf. Spielt vielleicht nur bei jeder dritten eurer eigenen Stoner Nights selbst mit und zeckt euch dazu noch einmal im Jahr bei ner fetten Band als Support in eurer Stadt rein, das reicht.
Wenn ihr geile Songs habt, promomäßig Gas gebt, und euch lange genug ein bisschen rar macht, zieht ihr zu Hause irgendwann aus eigener Kraft ne Menge Leute!
Eine geeignete Form des Networkings ist natürlich die Cross-Promo bei der sich verschiedene Bands gerade in Sachen Social Media unterstützen oder durch verschiedene Promoseiten, Spotifylisten usw. unterstützt werden. Wie sind da allgemein so deine Erfahrungen und wie wichtig schätzt du diese Arbeit ein?
Kurz und knapp: sehr wichtig! Allein haben wir alle nicht die Reichweite der großen Player, aber wenn wir alle unsere Reichweiten zusammenschmeißen, können wir dann doch ganz schön viele Leute erreichen.
Ich bekomme leider häufig mit, dass es gerade was die Promotion angeht oft ein bisschen geschlafen wird. Mal zieht der Laden nicht richtig mit, mal ist auch eine Band dabei, der man vielleicht einen coolen Gig klar gemacht hat, aber dann eine gewisse Schreibfaulheit einsetzt. Zu manchen Ideen, wie zum Beispiel ein kurzes persönliches oder witzigen Reel, welches bekanntlich viel mehr Leute erreicht als das immer gleiche reposten des Flyers muss man Bands teils schon fast treten. Wie sind da so deine Erfahrungen?
Bei den Bands, mit denen ich arbeite, hab ich da tatsächlich fast durchweg positive Erfahrungen gemacht. Und wenn mal eine Band nicht so Social-Media-affin ist, versuche ich, das mit meiner Reichweite ein bisschen abzufedern.
Was aber natürlich stimmt, ist, dass bei der Größe der Läden, in denen Underground-Bands wie meine spielen können, schon auch einige dabei sind, die aus unterschiedlichen und auch unterschiedlich gut nachvollziehbaren Gründen bei bestimmten Aspekten der Showpromo nicht zu gebrauchen sind. Da kann man sich dann stundenlang drüber aufregen oder man krempelt halt die Ärmel hoch und mobilisiert seine Leute. Ich hab zum Beispiel relativ wenig Verständnis für Bands, die sich darüber beschweren, dass wieder nur fünf Leute zur Show gekommen sind, aber nicht auf die Idee kommen, mal einfach selbst all ihre Konzerte bei Bandsintown zu listen. Oder vielleicht in Eigeninitiativ old school physische Tourposter an die Venues zu schicken. Klar wär's schön, wenn's anders wär, aber es gibt schon einiges, was die Band selbst unternehmen kann um ihre Zielgruppe vor Ort auch zu erreichen.
Was würdest du einer Band empfehlen um eine standfeste Promotion für einen neuen Song aufzubauen?
Erstmal unbedingt einen Zeitplan erstellen, der auch realistisch einzuhalten ist, und der nicht sofort zusammenbricht, wenn das Mastering unerwartet ne Woche länger dauert. Nehmt euch genug Zeit für ein Musikvideo. Das muss nicht teuer sein um dope auszusehen. Scrollt bei den Bands auf eurem Level im Feed rum, die euch kürzlich mit ihrer Promo überzeugt haben und schnappt euch die Reviewer-, Radio- und Playlist-Kontakte. Schickt freundliche aber professionelle und übersichtliche Emails mit leicht zugänglichen und vollständigen Infos. Schaltet Insta-Werbung. Pitcht mit mindestens 8 Tagen Vorlauf an die Spotify Editorial Playlisten.
Und wenn's ein besonderer Song ist, zum Beispiel die erste Vorab-Single zu dem Album, an dem ihr seit drei Jahren geschraubt habt, schämt euch nicht, den Song am Release-Tag einfach all euren Freunden, Familie und Szenekontakten bei WhatsApp zu schicken, vielleicht mit ner netten persönlichen Sprachnachricht, wie hart ihr an der Sache gearbeitet habt und wie sehr ihr euch freuen würdet, wenn das Ding ein bisschen durch die Decke geht.
Außerdem würde ich auf jeden Fall noch kostenpflichtige Playlist-Pitching-Plattformen wie Submithub oder Groover empfehlen. Man muss zwar ein bisschen aufpassen, weil da meiner Meinung nach auch einige Scammer unter den Kuratoren sind, die in kleinen kartellmäßigen Netzwerken agieren und alle außer ihren eigenen Einsendungen ablehnen, aber nach zwei, drei gepitchten Songs steigt man da durch und wird so am Ende von erheblich mehr Leuten gehört.
Ich sehe natürlich aber auch ein, dass Zeit und Ressourcen von DIY-Bands begrenzt sind und einige jetzt beim Lesen wahrscheinlich graue Haare bekommen haben, so nach dem Motto „das soll ich auch noch alles machen?“
Da sag ich immer: Bleib locker, pick dir die Ideen und Möglichkeiten raus, die zu dir und deiner Band gut passen, und am Ende legst du denke ich auch ne sehr solide Promo hin, wenn du nur die Hälfte dieser Tipps beherzigst.
Erzähl mir doch auch mal was über das Broken Family Fest. Nordin von Stargo hat mir mal davon in den höchsten Tönen erzählt und da bin ich ja schon etwas neugierig geworden.
Also, das Broken Family Fest gab es erst einmal, und da war Nordin nicht, daher denke ich, er hat vom eingangs erwähnten „Broken Man“ gesprochen. Da haben Stargo dieses Jahr nämlich richtig abgerissen. Das ist ne wirklich wilde Party, von der ich dir irgendwann im privaten Rahmen mal mehr erzählen kann.
Aber du hast ja nach dem Broken Family Fest gefragt, und da will ich mir natürlich auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, das Ganze ein bisschen zu bewerben. Das BFF ist sowas wie meine minikleine Antwort zu Konzepten wie dem Ripple oder Heavy Psych Sounds Fest, bei denen das Line-Up in der Regel exklusiv mit Label- oder in meinem Fall eben Agentur-Bands bestückt wird. Die erste Auflage fand letztes Jahr in Koblenz statt und dieses Jahr am 10. Oktober mach ich das Ganze in Kooperation mit meinen Freunden von Vinyl4Charity eine Nummer größer in Trier. Mit dabei sind Temptress aus den USA, El Saguaro aus Portugal, Oakfarm aus Kiel, Submarine On Mars aus Hagen und TIER aus Trier. Ich denke, wir haben da ein echt rundes, internationales Line-Up gebastelt, bei dem von Doom über Psychedelic bis hin zu Heavy Blues eigentlich alles dabei ist, was das Stoner-Herz begehrt. Tickets gibt's übrigens auf Ticket Regional.
Eine dritte Auflage ist noch nicht terminiert, aber ich möchte das Konzept grundsätzlich gerne in einem 12- bis 18-monatigen Rhythmus wiederholen, und kann mir auch gut vorstellen, dass das BFF weiterhin „reisen“ wird, bis irgendwann mal eins in der Heimatstadt jeder Broken Music Band stattgefunden hat oder so.
Was war bisher so dein persönlich schönster Moment den du mit deiner Tätigkeit geschaffen hast? Warst du eigentlich mal auf einer Tour mit unterwegs?
Wann immer möglich fahre ich mit den Jungs von TIER mit. Die bis dato wahrscheinlich längste Tour der Jungs, bei der ich eigentlich auch sehr gerne mitfahren würde, wird aber in den nächsten Sommerferien liegen, was für mich aus familiären Gründen ein bisschen ungünstig ist. Stattdessen werde ich nächstes Jahr im September wahrscheinlich mal ne Woche bei Violet Dawn mitfahren. Du merkst, mir ist es am liebsten, wenn ich mich ganz unkompliziert bei einer meiner Trierer Bands in den Bus schmeißen kann.
Um den ersten Teil deiner Frage zu beantworten: Da gab es schon echt einige schöne Berufserfolge und Konzertmomente, was in unserem Business ja auch oft irgendwie deckungsgleich sein kann.
Ich picke vielleicht mal zwei besonders positive Momente raus, die mir noch ganz frisch aus diesem Jahr im Gedächtnis sind:
Zum einen war das Solace vor ausverkauftem Haus als Toursupport für Hermano in Köln zu sehen. Die Band ist seit 30 Jahren am Start, war über 10 Jahre nicht mehr in Europa und hat in all den Jahren auf beiden Kontinenten nie die Anerkennung bekommen, die sie eigentlich verdient hätte. Es war ein echt tolles Gefühl daran mitwirken zu können, dass die Jungs im Zuge ihrer neuen Platte jetzt endlich nochmal zu uns kommen konnten und dabei auch noch gleich auf zwei Desertfests spielen durften. Wir sprechen gerade über ihre Rückkehr im nächsten Jahr! Ich glaube, dass wird wieder sehr geil.
Zwei Wochen später durfte ich dann endlich Midhaven aus Indien persönlich in Frankfurt kennenlernen. Das war echt surreal, der Band plötzlich tatsächlich in the flesh gegenüberzustehen, denn dieser Tour sind wahnsinnig viele abgewiesene Visa-Anträge vorausgegangen. Ich musste 2025 schonmal eine komplette Tour der Band absagen, weil die deutsche Botschaft uns offenbar einfach nicht glauben wollte, dass die Band nach der Tour wieder in ihr Heimatland zurückkehren wird. Postkolonialer Alltagsrassismus halt. Hier nicht aufgegeben zu haben, sondern weiter an der Seite der Band für das Richtige gekämpft zu haben und dann am Ende tatsächlich damit erfolgreich zu sein, ist eine echt schöne Form der Bestätigung, die du nicht in Geld aufwiegen kannst.
Was sind deine Pläne für die Zukunft? Hast du schon eine Vorschau für die nächsten Monate für uns und was erwartet uns 2027?
Ganz grundsätzlich würde ich mich sehr darüber freuen, wenn die Agentur weiterhin so gesund und organisch wächst wie bisher.
Das nächste anstehende Highlight ist natürlich das Broken Family Fest am 10.10.26 in Trier. Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt vorbeikommen!
Mein Hauptfokus für 2027 sind aktuell einige Touren, die ich um die Festival-Saison im Mai/Juni herum bastele, und da freue ich mich am allermeisten darüber, dass ich die Tour für die mächtigen Goya zusammenbauen darf. Bis auf eine Handvoll Shows in Spanien und Portugal im vergangenen Sommer war die Band nämlich noch nie in Europa. Ein Kumpel von mir ist tatsächlich schonmal extra nach Vegas geflogen, um Goya live zu sehen, und ich glaube es gibt hier in Europa noch einige Leute mehr, die das ziemlich feiern werden, die Band endlich mal in Europa erleben zu können.
Hast du abschließend noch ein kleines Schlusswort?
Fight for your dreams and your dreams will fight for you! Nee, quatsch, einfach ein riesengroßes Dankeschön an alle Bands, Promoleute, Clubs und Lokalveranstalter, mit denen ich schonmal irgendwas zusammen machen durfte, das war bisher echt ein wilder Ritt. Und generell einen Dank an alle, die so geil sind, dass sie in ihrer Freizeit nichts besseres zu tun haben als Blogs wie diesen hier zu lesen. Ihr haltet den Scheiß am Leben!
Schaut doch mal bei Broken Music vorbei um auf dem Laufenden zu bleiben
Ich bedanke mich wie immer herzlich bei meinem Interviewpartner, der uns diesmal ein ganz besonders informatives und umfangreiches Interview zur Verfügung gestellt hat. Thomas und der Gedanke hinter Broken Music zeigen beispiellos was alles möglich ist, wenn man seiner Vision mutig folgt und ideenreich, sowie fleißig für sich neue Wege erkundet. Diese Niederschrift gibt umfassende Tipps für Bands um Personen auf der anderen Seite besser zu verstehen. Sei es der Booker als auch die Venue, denn am Ende wollen diese mit euch alle das Gleiche... vernünftig und erfolgreich Konzerte veranstalten.