Ja Freunde, ich befinde mich gerade mit meiner Frau und unserem kleinen Hund im Urlaub und wir machen einen Trip die Küste entlang. Genauer gesagt die Küstengegenden der Niederlande, Belgiens und Frankreichs. Da ich aber auch den Blog nicht unnötig schleifen lassen wollte, habe ich mir ein paar ruhige Minuten gesucht und einen neuen Blogworm für euch gebastelt. Wetter ist gut hier, passt alles, viel Spaß beim Lesen und schöne Grüße aus Ijmuiden.
Das Bad to the Stone Festival ist ein jährliches stattfindendes, mit Liebe von einem kleinen Team organisiertes Tagesfestival im hohen Norden Deutschlands. Auf dem unabhängigen Festival auf dem Gut Blockshagen bei Kiel tummelt sich eine große Schar Stonerjünger und huldigt hier handgemachter Musik, frisch aus dem Underground. Dieses Jahr gibt es 8 spannende Vertreter aus dem Stonerkosmos und diese präsentieren eine wohlsortierte Mischung von Heavyrock, über Psychedelic bis hin zum Sludge. Als Vertretung für das Team rund um das Bad to the Stone durfte ich ein Interview mit Christoph führen, der nicht nur federführend das Festival organisiert, sondern auch selber mit seiner Band Giant Haze die Bühnen der Republik unsicher macht und hier auf dem Gut Blockshagen den Albumrelease von „Cosmic Mother“ feiern durfte. Die nächste Ausgabe des Festivals findet übrigens am 5ten September statt.
Moin Christoph, vielleicht stellst du dich als Erstes einmal vor, gibst uns einen kurzen Einblick in die Welt rund um das Gut Blockshagen, das vorab erwähnte Bad to the Stone und wie du damit in Verbindung stehst.
Moin Christian, lieben Dank für die Zeit und Energie, die Du in die Szene steckst! Das ist enorm wichtig finden wir (BTTS Team). Das BTTS hat 2 Wurzeln: zum einen wohnen wir (die Veranstalter:innen) auf einem liebevoll und arbeitsintensiv umfunktionierten Resthof zusammen - Svenja, Inga, Tim und ich vom Gut Blockshagen. Hier haben wir uns eine Konzert- und Festival-Location geschaffen, wie wir - als Musikfans und Festivaljunkies - sie auch gerne erleben wollen.
Der Vorteil einer komplett eigenen Infrastruktur nimmt sehr viele Planungsrisiken und ermöglicht uns, verschiedene Projekte auf die Beine zu stellen. Alles fing hier vor 5 Jahren mit dem ersten ONE LOUDER! Festival an - Fokus auf Punkrock, Metal, Hardcore, Ska usw - also komplett ohne Limits und absolut bunt durchgemischt. Hier spielt die Punkband nach einem Blues-Duo und vor einer brachialen Deathmetal Band. Genau unser Ding. Irgendwann haben wir uns überlegt, noch eine zweite jährlich wiederkehrende Veranstaltung zu machen, und da kam der Fokus Richtung Stoner Rock, Doom, Grunge, Noise Pschedelic Rock usw recht schnell. Das wäre auch die zweite „Wurzel“ - das ertse BTTS ist als Indoofestival im MArx/MArkthalle im Jahr 2013 (!) an den Start gegangen. Anbei der Nostalgie Flyer
Zusätzlich sind wir durch unsere musikalischen Aktivitäten (Giant Haze und auch Nuisance of Majority) tief in der Stoner Szene drin und das Booking geht fast wie von selbst :) Eine große Hilfe gerade im Bereich Promotion, Booking Support und Social Media ist hier Stephano von FuzzyTime, der das Festival von Anfang an mit unterstützt hat.
Ihr habt dieses Jahr wieder ein Warm Up für das Festival in der Lauschbar in Itzehoe und in Hamburg abgehalten, letztes Jahr gab es das gleiche Konzept in der Schaubude in Kiel. Wie kam das an und welche Bands hattet ihr da zu Gast?
Das kam überraschenderweise (Itzehoe und Hamburg) sehr gut an. Überall volles Haus und gute Stimmung. Warmups waren mit Giant Haze, dazu in Itzehoe mit Dissmeland und Cattlebat - in Hamburg mit Kuyper, DeGreaver und Silverships. Da wir nicht jedes Jahr mit unseren eigenen Bands auf unseren Festivals spielen wollen, haben wir die Giant Haze Gigs einfach als Warm Ups genutzt.
Für wieviele Leute habt ihr Platz auf dem Hof bzw. auf dem Gelände für euer Festival? Wieviele Leute erwartet ihr dieses Jahr?
Wir haben für das One Louder! offiziell 350 Menschen als Limit, würden aber easy 500 verkraften. Auf dem Bad to the Stone waren letztes Jahr 150 Gäste - wir rechnen mit 200-300 Gästen je nach Wetter. Dazu muss ich noch erwähnen, dass wir 100% wetterfest sind. Die Veranstaltungen finden in einer großen einseitig komplett offenen Holz-Halle statt. Regensicher, Open Air flair und dazu extrem guter Sound! Da wir im Stoner Bereich grundsätzlich Musik-Genießer:innen als Gäste haben, ist der Basssound und die Resonanz in einer Holzhalle mit das beste, was es geben kann! Keine störenden schrillen Reflektionen, organischer füllender Sound der sich gleichmäßig ausbreitet und den Körper mitnimmt. I love it :)
Wie sieht es mit Unterbringungsmöglichkeiten aus? Gibt es Möglichkeiten zum Zelten oder um seinen Wohnwagen abzustellen, oder muss man sich einen Schlafplatz in der Gegend organisieren und der Hof wird nach dem letzten Song leergefegt?
Natürlich - Zelten / WoMo’s etc. ist kein Problem. Wir möchten undbedingt darauf hinweisen, dass wir in einem Naturschutzgebiet wohnen und die Wiesenflächen ganzjährig von unseren Tieren genutzt werden. Daher bitte den Platz sauber und ohne Kippenstummel hinterlassen. Danke! (Müllcontainer haben wir natürlich aufgestellt)
Die Bandauswahl ist sehr vielfältig und hier dürfte für jeden mindestens ein passender Act auf der Bühne stehen. Ich persönlich würde bei der Anzahl an interessanten Bands wahrscheinlich kaum von der Bühne wegkommen und müsste mir meine Zeiten für die Toilette und das neue Bier holen im Vorfeld planen. Wie setzt sich das Line-Up des Festivals für dieses Jahr zusammen und kannst du uns einmal kurz die Bands vorstellen? Wer sucht die Bands für so ein Festival aus?
Das Booking übernehme ich, hole mir jedes Jahr viel Inspiration und Feedback von Stephano (FuzzyTime). Die Zusammenstellung folgt einem bestimmten Muster: abwechslungsreich und musikalisch so dass es uns gefällt. Mindestens 1-2 klassische Heavy Rock Stoner Bands, min. eine Prog/Noise Band, eine instrumental Band und 1-2 überregionale Headliner - dabei suche ich gezielt nach Bands, die nicht zu 100% aus CIS Männern bestehen, um das mal so zu formulieren.
Dieses Rezept bedienen bei uns in diesem Jahr Daevar (wundervoll doomiger female fronted Grunge mit vielen 90er Referenzen aus Köln), Samavayo (feste Größe in der europäischen Stoner Landschaft aus Berlin), Grin (da Earth Ship nicht mehr viel machen, habe ich die fast gleich besetzte Berliner Band gefragt - atmosphärischer Doom mit hohem psychedelic Anteil), The Moth (alte Bekannte aus Hamburg, die auf unserem ersten Indoor Festival dabei waren, female fronted Doom/Sludge/Rock mit Freden an der Gitarre von den SISSIES), Vogelmann (mit den verrückten Vögeln haben wir bereits Gigs gespielt und finden, ähnlich wie Feedy im Jahr zuvor, dass etwas Wahnsinn einfach gut tut), Black Charger (klassiches 90er Stoner Brett von unseren Kumpels aus Bramsche - nicht nur stabile Menschen, sondern auch absolut zuverlässige Boten der Wüste), Valea Viilor (unsere diesjährige Instrumental Band mit packenden und driftenden Passagen und einem unglaublich schönem Sound - aus dem Norden) und zu guter letzt unsere Buddies von DeGreaver aus Lübeck, die einen formidablen Opener abgeben werden.
Das Bad to the Stone ist mittlerweile eine richtige Intution unter den Underground Festivals in Deutschland und zieht immer größere Kreise in der Szene. Auch Kanäle wie Fuzzy Time promoten eure Veranstaltung. Wie nehmt ihr die Nachfrage wahr? Gibt es Überlegungen das Ganze noch etwas zu erweitern und dann zum Beispiel über zwei Tage laufen zu lassen?
Ja das stimmt - es gibt einfach zu wenig gute, liebevolle Feste mit besonderen Locations, wie unser BTTS. Aktuell sind wir noch bei einem Tag, aber das kann sich wenn Interesse besteht und unser Team die zusätzliche Arbeit verkraftet auch erweitern.
Gibt es da einen Moment in der Geschichte des Bad to the Stones an den du dich gerne zurückerinnerst?
Im Jahr 2025 hatten wir auf dem BTTS mit GIANT HAZE unseren Albumrelease Gig zu „Cosmic Mother“ - unserem Debut. Ich war die Woche zuvor im Urlaub und auf dem Rückweg mit Verdacht auf Schlaganfall im Krankenhaus gestrandet und einmal komplett durch die Neurologie geturnt. Kurz vor dem Fest war die Diagnose glücklicherweise negativ und ich konnte gerade noch rechtzeitig auf unserem Hof aufschlagen und das Konzert spielen. Das war nicht nur für mich hart emotional, die Nummer.
Gibt es noch ein Rahmenprogramm mit Ständen oder ähnlichem wo es für die Besucher noch etwas abseits der Musik zu entdecken gibt? Gibt es eine Aftershowparty?
Bei der passenden Aftershowparty legt DJ Malte (Kuyper) wieder staubige Tunes auf! Wir haben in unserer Konzerthalle einen Bereich, wo alle Bands ihr Merch ausstellen können, sowie einige kleinere Stände mit Shirts/Patches/Schmuck. Unser Hof ist für sich schon einen Besuch wert - idyllischer Hofgarten mit lauschigen Ecken und einer angrenzenden Wiese mit unseren Alpakas. Die neugiereigen Tiere habe extrem gute Rückzugsmöglichkeiten, sind allerdings bei unseren Veranstaltungen fast immer direkt „am Zaun“. Hier ist die Frage, wer hier wen bestaunt :)
Zusätzlich zum großen Stoner Festival Bad to the Stone gibt es noch das One Louder in der gleichen Lokalität. Hier werden mehr Fans des Punkrock, Skas und Hardcore angesprochen, seid ihr hier auch mit involviert und könntest du uns auch dieses Festival schmackhaft machen?
Es ist bunt, abwechslungsreich, extrem freundlich und tolerant und das musikalische Programm hat noch jede unserer Besucher:innen abgeholt. Letztes Jahr waren Beispielsweise PARK+RIOT zu Gast, die irgendwo zwischen Prog-Sludge/Hardcore extrem abgeliefert haben.
Ich setze mich ja ganz gerne in meinen Beiträgen hier auch mal kritisch mit ein paar Themen auseinander um einen tieferen Einblick hinter die Kulissen bringen zu können. Neben den schönen Seiten der Orga, sei es ein Festival oder ein Konzert, gibt es natürlich auch immer wieder Themen die einen oft mehr beschäftigen, als man möchte. Ganz vorne mit dabei steht natürlich immer der finanzielle Aspekt. Wie sieht das bei euch aus und wie merkt ihr da die Entwicklung durch die Kostenexplosion im letzten Jahr?
Nein. Wir haben uns über die letzten 5 Jahre hier eine Location geschaffen und Equipment zusammengestellt, mit der wir weitestgehend unabhängig und mit extrem niedrigen Risiko Veranstaltungen machen können. Nur unsere Zeit und Energie, sowie das Ruhebedürfnis unserer Nachbarn (die übrigens super cool sind) sind hier limitierende Faktoren. Daher werden wir die Preise auch voraussichtlich nicht erhöhen müssen (zumindest solange wir im 1-Tages-Modus bleiben).
Gibt es noch Karten für das diesjährige Bad to the Stone und wenn ja kannst du uns da einen Link zum Vorverkauf geben? Was kostet der Eintritt im Vorverkauf und was an einer eventuellen Abendkasse?
Ja es gibt noch Tickets. Hier der Link zu unserem Buddy Stephan https://stok-shop24.de/vorverkauf2.php VVK 38 EUR / AK 45 EUR. Camping inklusive.
Vielen Dank für deine Zeit und bis hoffentlich bald auf oder vor der Bühne :) Liebe Grüße von Christoph & dem Bad to the Stone Team
Informiert euch auf jeden Fall über das Bad to the Stone und denkt mal über einen Ausritt dorthin im September nach!
Das war ja schonmal eine ganze Menge Infos über dieses kleine, liebevolle Festival und das Gut Blockshagen. Ich danke Christoph und dem ganzen Team vom BTTS für das tolle Interview! Ihr habt da etwas sehr einzigartiges und wundervolles auf die Beine gestellt. Vielen Dank dafür.
Und schon wieder steuern wir mit voller Kraft aufs Wochenende zu. Damit wird es auch Zeit für ein Playlist Rotation Update mit 5 frischen Bands inklusiver einem frischen Albumrelease von Daily Thompson. Wer übrigens noch Beschäftigung sucht, am Wochenende findet in Düsseldorf Freitags das Akustisch gegen Rechts im BrauArt statt, welches ich mit Tapeworm auf die Straße gebracht habe und am Samstag gibt es dann das große Rock gegen Rechts im Volksgarten, ebenfalls in Düsseldorf. Nicht direkt Stoner, aber eine gute Chance hier ein Zeichen zu setzen!
Daily Thompson - BTK: Irgendwo zwischen Stoner, Grunge und Tony Hawks Pro Skater Indie Rock Attitüde bewegt sich das Dortmunder Trio Daily Thompson und gilt nicht umsonst als einer der größten Vertreter des deutschen Undergrounds. 2013 gegründet gibt es seit heute das neue und bereits achte Album "Glue" zu erstehen. Wer sich das direkt live ansehen möchte, hat dieses Wochenende beim Nord Open Air in Essen direkt die Chance dazu und auf die Pole diese Woche schafft es BTK vom neuen Album.
Basalt - Kind: Das mächtige Trio aus Kassel präsentiert einen heftigen Mix aus Stoner, Doom und Sludge, verziert mit beißender Reibeisenstimme. Szenetypisch würde man es grob runterbrechen auf brachial treibende Bässe, kreischende Gitarren und zermalmende Schlagzeugbeats - mehr braucht es auch nicht und mehr will man manchmal auch nicht, denn bei Basalt passt dieser Mix in Perfektion und in ihrem Song Kind bringen sie genau das auf den Punkt. BANGER!
Godzilla in the Kitchen - Empty Cribs: Die Leipziger waren für mich zwar keine Unbekannten, allerdings nie eine der Bands auf die ich einen großen Fokus gelegt hatte. Das änderte sich mit der Fuzzy Time Ausgabe letzten Sonntag, bei der ihr aktueller Knaller Song Empty Cribs vorgestellt wurde. Genau dafür gibt es solche Formate und da möchte ich an dieser Stelle sehr gerne mal mit auf den Zug aufspringen und euch diesen Song näher bringen. Seit neuestem ist das Trio auch gesanglich aktiv, das passt und dieser ordentlich toolige Song, inklusive schickem Video, gibt uns eine Vorschau auf das im Oktober erscheinende neue Album.
Juke Cove - Hypnosis: Die zweiten Leipziger neben Godzilla in the Kitchen für diese Woche auf der Liste und hier haben wir mit Juke Cove einen Vertreter aus dem Hause Psychedelic-Doom. Super umtriebige Jungs die wir in den nächsten Monaten auf jeden Fall öfters quer durch die Republik erleben dürfen. Zieht euch das auf jeden Fall rein, das wird bombastisch! Zieht euch Hypnosis auf der Playlist rein und hier nochmal ein Video der Band von ihrem Auftritt im VEB Hildesheim.
Zahhāk - Mār: Die Aachener beschreiben ihre Musik als Tribal Noise Sludge und irgendwie ist es auch genau das. Schwerer schleppender, knochenmalmender Doom trifft auf orientalische Inspiration und entwickelt eine eigendynamische Mischung, wie man sie selten vorfindet. Mal laut mal leise, mal verspielt und experimentell und dann wieder voll auf die Zwölf. Mār ist auf jeden Fall eine Hörempfehlung und bietet hier einen wunderbaren Startpunkt in eine völlig andere Auffassung der gängigen Gangarten abzutauchen. Live auch absolut eine Wucht und wirklich super stabile Jungs.
Endlich mal eine kleine Abkühlung nach den letzten Wochen...
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Blogworms. Ich freue mich wahnsinnig, euch heute eine Person etwas näher vorstellen zu dürfen, die für viele wahrscheinlich keine Unbekannte sein wird. Susann von NRW Doom bietet mit ihrem Kanal auf Instagram eine Promotionplattform für Bands und Veranstaltungen in und aus Nordrhein-Westfalen. Für mich als gebürtiger Essener und seit mittlerweile über 10 Jahren in Düsseldorf wohnhafter Doomjünger, bin ich natürlich Zielgruppe Nummer 1 und deswegen freue ich mich wahnsinnig auf das nachfolgende Interview. Wir reden in diesem sehr interessanten Interview nicht nur über ihre Arbeit mit NRW Doom, sondern setzen uns auch mit den Themen rund um die sozialen Medien, dem Networking und Promotion für Bands auseinander.
Hi erstmal, ich freue mich wahnsinnig dich heute in meiner Story haben zu dürfen. Erzähl mir doch erstmal etwas über dich und die Idee hinter NRW Doom. Du bist ja vor allem mit deinem Instagram Kanal bekannt, wie kam es dazu gerade hier aktiv zu sein?
Danke für die Einladung zum Interview, Christian!
NRW Doom habe ich vor über drei Jahren aus einem persönlichen Wunsch heraus ins Leben gerufen. Ich war damals deutlich aktiver auf Instagram als auf anderen Plattformen und mir hat als Fan der Doom-Szene hier einfach eine Anlaufstelle gefehlt, wo man Bands und Konzerte in NRW auf einen Blick findet.
Gerade kleine Clubshows und lokale Bands gehen schnell mal unter, weil hier einfach viel passiert. Die Idee war, mit NRW Doom eine Art Community-Anlaufstelle zu schaffen, die Konzerte, Bands und Releases ein bisschen bündelt und gleichzeitig die lokale Szene mit Promotion zu unterstützen. Dass die Seite mittlerweile knapp 1.000 Follower hat und von Bands und Leuten aus der Szene so aktiv genutzt wird, freut mich natürlich besonders.
Bei dem Namen ist das Programm natürlich absehbar und du präsentierst in erster Linie Bands aus den Bereichen Doom, Stoner und Sludge. Gibt es noch andere Musikrichtungen, die du dir gerne anhörst? Wie wäre es zum Beispiel mit einem zweiten Kanal NRW Country oder Folk ;)
NRW Country wäre wahrscheinlich cool, aber da kenne mich glaube ich zu wenig aus haha.
Abseits von Doom, Stoner, Psychedelic und Sludge höre ich eigentlich ziemlich viel - von 70ern und 80ern über Grunge, Prog, Drone, Ambient, Heavy Metal, Death Metal und Classic Rock bis hin zu Synth Wave, Jazz, Old School Hip Hop und Soul ist da eigentlich alles dabei. Ich bin grundsätzlich immer offen für Neues.
Doom ist aber einfach meine absolute Lieblingsnische und schon seit Langem die Musik, in der ich mich tief verwurzelt fühle. Und gerade Doom, Stoner, Psychedelic, Sludge und Drone überschneiden sich ja sowieso ziemlich stark. Deshalb hat es für mich Sinn gemacht, diese Genres bei NRW Doom zusammenzufassen, anstatt zu versuchen, die ganze Musiklandschaft abzudecken.
Wieso eigentlich "nur" Nordrhein-Westfalen? Andere Plattformen versuchen sich da eher deutschlandweit, wie kam es zu der Entscheidung hier in der Lokalität deinen Schwerpunkt zu setzen?
Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass wir hier in NRW einfach eine ziemlich große und aktive lokale Szene haben. Ich selbst bin in der Szene heimisch und bin seit einigen Jahren im Pott Zuhause. Dadurch war der Bezug für mich einfach direkt da.
Und gerade die kleinen lokalen Bands zu unterstützen, finde ich wichtig. Es gibt hier so viele gute Bands und kleine Konzerte, die vielleicht nicht die große Aufmerksamkeit bekommen, aber für die lokale Szene trotzdem total wichtig sind. Gleichzeitig haben die Leute aus der Szene natürlich auch Bock, genau diese Konzerte zu besuchen und neue Bands aus der Region zu entdecken. Deutschlandweit wäre das natürlich nochmal eine ganz andere Hausnummer. Ich glaube die Doom und Co. Szene ist inzwischen so groß in Deutschland, dass man hier kaum noch hinterherkommen würde.
Wir haben jetzt länger nichts von dir gehört, da du dich für eine Social Media Auszeit entschieden hast. Wir freuen uns natürlich riesig, dass du jetzt wieder dabei bist und wir in Zukunft wieder öfters von dir hören bzw. lesen werden. War es ein strikter Detox, oder hast du dich ab und an schonmal auf dem Laufenden gehalten? Wie kam die Entscheidung eine Auszeit zu nehmen und wie nimmt man die "sozialen" Medien wahr, wenn man eine Zeit lang abstinent war?
Das war tatsächlich ein ziemlich strikter Detox, weil ich einfach gemerkt habe, dass ich eine Social Media Auszeit brauchte. Das Problem war dabei gar nicht die Musikszene, sondern der ganze Quatsch den man abseits davon gezwungenermaßen sieht. Ich wünschte, man könnte einstellen, dass man nur die Inhalte sieht, denen man folgt, aber das ist natürlich nicht im Sinne der Plattform. Deshalb versuche ich jetzt, einen gesunden Mittelweg zu finden. Nicht ständig online zu sein, sondern gezielt reinzuschauen, mich mit allem was für NRW Doom relevant ist, zu beschäftigen und danach das Handy auch wieder wegzulegen.
Wie ist allgemein dein Gefühl über den Zustand der sozialen Medien? Ich habe oft das Gefühl, dass viele Inhalte bedeutend schärfer und polarisierender gestaltet werden im Vergleich zu früher, wo es vornehmlich der Unterhaltung diente.
Da hast du absolut recht und das macht einfach was mit unserem Gehirn. Mein Verhältnis zu Social Media ist daher sehr ambivalent geworden. Einerseits ist es eine riesige Chance für Bands, Labels, Locations etc. ihre Musik, Konzerte und kreativen Output direkt unter die Leute zu bringen. Gerade für kleine Bands ist das enorm wertvoll. Gleichzeitig finde ich die Entwicklung kritisch. Außerhalb der Inhalte, für die man sich eigentlich interessiert, wird einem viel zugespielt, das laut, polarisierend oder einfach belanglos ist.
Mental Heath sollte immer an erster Stelle stehen, deshalb bin ich persönlich so sensibilisiert was dieses Thema angeht. Ich bin wirklich gespannt wo die Reise da noch hingeht. Gefühlsmäßig bin ich da irgendwo zwischen fasziniert und beunruhigt.
Ein ziemlich bekanntes Problem, welches ich sowohl mit meiner Band, als auch hier mit Tapeworm immer wieder bemerke ist das Bubble Thema. Am Ende erreichst du mit jedem Post die gleichen Leute deiner Bubble, bis du es irgendwann schaffst in die nächste Bubble vorzustoßen und hier wieder neuen Zuwachs zu generieren. Was würdest du Bands empfehlen um an regelmäßige Aufmerksamkeit zu gelangen, was funktioniert deiner Meinung nach besonders gut?
Ich denke, eine gewisse Regelmäßigkeit ist wichtig, damit man nicht komplett aus dem Blickfeld verschwindet. Trotzdem würde ich keinen Content erzwingen, nur um den Algorithmus zufriedenzustellen. Reels, Collabs & Cross-Promo funktionieren natürlich sehr gut und auch einen persönlichen roten Faden bzw. ein Markenzeichen als Band zu haben (Stichwort Wiedererkennungswert).
Persönliche Einblicke finde ich für Zuhörende viel spannender als den hundertsten Promo-Post: Wie ist die Band entstanden? Was sind eure Einflüsse? Wie sieht der Proberaum aus? Wie funktioniert Songwriting bei euch? Ich finde es cool, wenn Bands dabei vor allem authentisch bleiben. Es kommt am Ende wohl darauf an, was die eigene Intention als Band ist. Wenn man diese krasse Präsenz auf Social Media einfach nicht fühlt, sollte man sich auch nicht dazu gezwungen fühlen, um auch außerhalb der Bubble mal anzukommen. Wenn man da Bock drauf hat, klar, why not. Das kann auch echt Spaß machen.
Welche Chancen siehst du für Bands und deren Selbstvermarktung über Social Media? Was sollte eine Band abseits noch tun um ein funktionierendes Gesamtkonzept auf die Beine zu stellen?
Ich glaube, Social Media bietet Bands schon sehr viele Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren und überhaupt erstmal von Leuten entdeckt zu werden. Was ich aber mindestens genauso wichtig finde: Wenn man eine Band für sich entdeckt, will man sie auch irgendwo hören können. Bandcamp ist dahingehend eine der wichtigsten Plattformen, auf der man eine Band finden kann.
Eine Band muss aber nicht auf jeder Plattform perfekt präsent sein, aber man möchte zumindest die Möglichkeit haben, ihre Musik zu hören - auch wenn es nur Demoaufnahmen sind - und mitbekommen, wann man sie live sehen kann oder es was Neues gibt. Alles andere kann dann mit der Zeit dazukommen. Merch, aufwendige Videos oder irgendwelche Social-Media-Konzepte sind nicht unbedingt die erste Priorität.
Ich glaube ein funktionierendes Gesamtkonzept muss gar nicht unbedingt etwas wahnsinnig Kompliziertes sein: eure Musik, eine Möglichkeit, eure Musik unkompliziert zu finden und zu hören, ein bisschen Präsenz nach außen und natürlich nach Möglichkeit live spielen. Den Rest kann man meiner Meinung nach Schritt für Schritt aufbauen. Authentizität bleibt dabei entscheidend, finde ich.
Du promotest Konzerte, Bands und deren Releases. Bist du selber auch in der Musik aktiv unterwegs? Gibt es oder gab es da mal was, was man sich anhören kann? Wie sieht es mit dem selber auf Konzerte gehen aus, wie hoch ist die Chance dich mal auf einem Gig zu treffen?
Im Bandkontext bin ich selbst seit zehn Jahren am Bass aktiv. Aktuell mit meiner Band Altars of Moss. Aktuell arbeiten wir auch an einer neuen Demo, die wahrscheinlich in den nächsten Wochen erscheinen wird. Und wir haben auf jeden Fall Bock, jetzt auch wieder aktiv auf Gigsuche zu gehen. Da werde ich mich in nächster Zeit also auch mal drum kümmern.
Auf Konzerten war ich in den letzten Jahren eigentlich auch immer sehr viel unterwegs. In letzter Zeit ist das leider etwas weniger geworden, als ich selbst gerne hätte. Ich hoffe aber, dass sich das wieder ein bisschen ändert.
Reden wir über das Kernthema deines Kanals; der Promotion von Bands und Veranstaltungen. Ich mochte bei deinem Kanal immer sehr gerne, dass man dort eine sehr gute, übersichtliche Auswahl an Konzerten hatte, die wöchentlich die Gigs für die Woche in NRW darstellte. Ist so etwas in der Richtung nochmal in Planung? Für Punk und Metal gibt es ja sogar eigene Internetseiten die als Kalender funktionieren, da fand ich deine Auflistung immer sehr angenehm.
Das verstehe ich gut, die monatliche Übersicht fand ich selbst auch sehr praktisch, aber sie war manchmal etwas aufwendiger als mir lieb war. Ich denke aber drüber nach, das wieder in ähnlicher Form einzuführen. Langfristig fände ich einen richtigen, übersichtlichen Kalender spannend, eventuell sogar außerhalb von Instagram.
Über eine größere Übersicht zu regionalen Locations, Promotern, Labels, Studios etc. (als Anlaufstelle für Bands) habe ich mir auch schon öfter den Kopf zerbrochen. Danach wurde ich auch schon oft gefragt. Ich habe bereits eine umfangreiche Liste erstellt, aber bisher noch keine wirklich gut pflegbare öffentliche Lösung gefunden.
Lower Rhine Underground hat das in seinem Instagram Profil schon ganz praktisch sortiert - ich kann sehr empfehlen da mal reinzuschauen.
Als Promotionplattform ist man natürlich nicht nur der Verteiler verschiedener Posts, sondern ist viel mit Networking beschäftigt. Gibt es andere Plattformen oder Kanäle zu denen du Beziehungen pflegst, oder gemeinsam Promotion gefahren wird? Was würdest du Bands empfehlen um ein anständiges Netzwerk aufzubauen, was für viele Bands ja nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln zu seien scheint.
Ein gutes Netzwerk aufzubauen ist schon ein Knackpunkt aber letztendlich super wichtig. Ich glaube, gerade am Anfang hilft es deshalb mehr, wirklich Teil der Szene zu sein, als möglichst viele Instagram-Follower zu sammeln - auf Konzerte gehen, Leute kennenlernen, andere Bands unterstützen und Kontakte pflegen.
Plattformen wie BackstagePRO oder showcase.nrw können wahrscheinlich zusätzlich helfen. Ich glaube, da muss man grundsätzlich ein bisschen Geduld haben. Viele Veranstalter planen Monate im Voraus und man muss hier und da auch öfters mal anfragen, wenn sich nicht sofort was ergibt. Wichtig ist überhaupt erstmal anzufangen und dann auch dranzubleiben. Ich helfe natürlich auch immer gern, einen Aufruf zu teilen oder Kontakt herzustellen.
Wie sehen deine Pläne für die Zukunft von NRW Doom aus?
Mein wichtigster Plan ist erstmal, NRW Doom so lange wie möglich am Leben zu halten. Mir macht es nach wie vor Spaß, mich mit Leuten auszutauschen, neue Musik zu entdecken und Bands oder anderen Leuten aus der Szene einen Mehrwert zu bieten. NRW Doom ist und bleibt ein Liebhaberprojekt und eine One Woman Show - etwas, dass ich in meiner Freizeit betreibe - deshalb ist der zeitliche Faktor immer ein Thema.
Es ist schön zu sehen, dass die Szene lebt - es gibt ständig neue Bands und Konzerte zu entdecken, und ich möchte gern weiterhin ein Teil davon bleiben und meinen kleinen Beitrag leisten.
Wie können Bands dich erreichen um Teil von NRW Doom zu werden um hier etwas Promo zu bekommen?
Schreibt mich ganz unkompliziert auf Instagram an, taggt mich in euren Beiträgen/in eurer Story, ladet NRW Doom als Collab Partner ein. Ich freue mich immer, wenn ich für ein bisschen Promo sorgen kann!
Um weiter auf dem Laufenden über die Stoner, Doom und Sludge Szene in NRW zu bleiben, schaut doch mal bei NRW Doom vorbei:
Vielen Dank an Susann von NRW Doom für die ausführlichen und ehrlichen Antworten zu meinen Fragen. Was für mich persönlich ein wichtiges Thema bei diesem Interview war, neben der NRW Doom Plattform natürlich, war der kritische Blick auf den Umgang mit den sozialen Medien. Manchmal merken wir in unserem Alltag nicht, welchen Einfluss die Versuchungen von Instagram, Facebook, WhatsApp, YouTube & Co. haben und ich danke hier Susann auch nochmal, dass sie uns hier einen so privaten und ehrlichen Eindruck gegeben hat. Geht mal wieder raus und geht auf Konzerte... wenn ihr da auf dem Laufenden bleiben wollt, habt ihr jetzt vielleicht eine neue Anlaufstelle.
Und nach der fantastischen XXL Story vom Mittwoch mit der atMOERSphere Crew ist es auch schon wieder Wochenende. Und damit wird es Zeit mal wieder die Tapeworm: The List auf Spotify etwas zu pflegen und euch wieder 5 Bands aus dem deutschsprachigen Heavy Underground zu präsentieren. Passend zum dieswöchigen Blogworm bin ich dann direkt bei den Niederrheinern geblieben und möchte euch heute ein paar Bands aus dem atMOERSphere Universum präsentieren.
Kojote - The Sea: Bereits 2016 gründete sich die instrumentale Desert - Postrock Kombo aus Münster und wer möchte kann sich die Jungs in gut einem Monat bei der 10ten Ausgabe des atMOERSphere Underground gemeinsam mit Plaindrifter und Sleeping Green zu Gemüte führen. Da ich Plaindrifter schon vor kurzer Zeit in meiner Playlist hatte habe ich mich dazu entschieden hier Kojote und später noch Sleeping Green den Vortritt zulassen. Das Los hat sich für Kojote mit ihrem fantastischen Postrockgedaddel auf der Pole entschieden.
True Voodoo - Crickets: Das Quartett aus Emmerich steht für eine energiegeladene Mischung aus Stoner und Heavypsych, hat aber bereits Ausflüge in verschiedene Richtungen angrenzender Musikstyle mit in ihr Programm aufgenommen. So gab es zum Beispiel ein Gastspiel von Paolo De Bonis Jr. im Jahr 2025 bei dem die genreübergreifende Single Superfreak entstand. Auf ihrem ebenfalls im letzten Jahr entstandenen Album Brainblast geht es aber etwas mehr in die klassische Stonerrichtung. Auf die Liste bringt es ihr Song Crickets, als kleines Video die Single Superfreak. Der Auftritt der Niederrheiner auf dem großen Festival in Moers fand bereits Anfang 2026 statt, noch dazu gab es ein Gastspiel bei der atMOERSphere Underground Reihe im November 2025.
Sleeping Green - Madness of the Hog: Die Band, grob gesagt aus NRW, gehört seit den Anfangsstunden der atMOERSphere Idee mit zum Inventar und übernimmt hier auch Aufgaben bei der Orga. Die instrumentale Grunge/Stonerrock Truppe spielte bereits 2023 auf dem Tagesfestival im Bollwerk und war ebenfalls schon bei den kleineren Konzerten in der Röhre vertreten. Am 12ten September 2026 kann man die Jungs wieder in der Röhre auf der 10ten Ausgabe des atMOERSphere Undergrounds in der Röhre live erleben. Mit ihrem 2025 erschienenen Album legte die Band ein prächtiges Stück instrumentaler Musik hin und mit Madness of the Hog könnt ihr euch schonmal auf die Reise nach Moers vorbereiten.
Swan Valley Heights - The Hunger: Die auf dem Label der legendären Truckfighters aus Schweden beheimateten Münchener gehörten mit zu den aufstrebenden deutschen Underground Bands, ehe man sich im Juli 2025 für eine Trennung entschied. 2023 erschien noch das großartige Album Terminal Forest, darauf enthalten der Banger The Hunger. 2025 gab es noch das passende Gastspiel auf dem atMOERSphere Festival.
Holz - Alarm: Auch dieses Jahr auf dem atMOERSphere vertreten waren die aus Kassel stammenden Holz. Als eine der wenigen Stonerbands die ihre Texte in deutsch vorträgt, fallen Holz natürlich unweigerlich auf. Noch dazu gibt es einen treibenden Abriss und Volldampf auf die Ohren. Schmeckt. Zieht euch das Video vom diesjährigen Festival rein und wer die Band in nächster Zeit nochmal in NRW sehen möchte hat da zum Beispiel die Chance am 4ten September im Druckluft in Oberhausen.
Blogworm Nummero 7 und diesmal mit einer richtig dicken XXL Story beim Blog rund um den deutschsprachigen Heavy Underground mitsamt seiner Peripherie. Wenn ihr auch gerne ein Teil dieses Blogs werden wollt, mit einer spannenden Geschichte oder eurem Projekt, dann schreibt mir gerne auf Instagram unter Tapeworm.Booking oder schickt mir eine Email an tapeworm@gmx.net. Lass einfach mal schnacken und wir gucken ob es passt oder nicht.
Heute geht es um Tobias, seines Zeichen einer der Köpfe hinter dem Orgateam des atMOERSphere. Das atMOERSphere ist ein jährlich stattfindendes Indoor Festival im Bollwerk in Moers, welches überregional Bekanntheit durch seine Verwurzelung zu der hiesigen Underground Szene erlangt hat. Durch das Mischen von Underground Bands mit größeren Vertretern der Szene und einem gut geführten Social Media Auftritt bekommt man hier ein sehr umfassendes Gesamtkonzept. Dazu veranstaltet das Team rund um das atMOERSphere regelmäßig Konzerte in der Röhre in Moers, welche voll und ganz Bands aus dem Underground gewidmet sind.
Hi Tobias, erzähl mir doch erstmal kurz was über dich und woher deine Liebe zum Stoner rührt.
Die musikalische Früherziehung in meinem Elternhaus bestand tatsächlich überwiegend aus Schlagern. Das hat Spuren hinterlassen – heute erwische ich mich manchmal noch dabei, dass irgendwo so ein uraltes Zeug läuft und ich erschreckend textsicher mitsingen kann.
Der Gegenpol dazu kam recht früh. Mit etwa 11 Jahren habe ich angefangen, Metal zu hören. Das war wahrscheinlich auch ein Stück weit Rebellion gegen das, was bei meinen Eltern auf dem Plattenteller lag. Anthrax, Accept, Sepultura und Megadeth waren damals meine Bands und ich höre sie heute auch noch gerne. In meiner Jugend gab es dann tatsächlich noch einen kurzen Ausflug in Richtung Techno und Trance, aber der wurde relativ schnell wieder von handgemachter Musik verdrängt. Nirvana, Alice in Chains, aber auch Crossover wie Such a Surge und Thumb waren Bands, die meine Jugend ziemlich stark mitbestimmt haben.
So richtig in den Stoner bin ich dann vor vielleicht ca. 15 Jahren reingerutscht. Ich kann dir aber gar nicht mehr sagen, welche Band oder welche Platte damals der Auslöser war. Diesen einen Moment nach dem Motto „Das ist Stoner und ab jetzt ist das mein Ding“ gab es bei mir nicht. Das ist eher sukzessive passiert.
Kannst du mir das atMOERSphere etwas genauer erklären? Wann fand es das erste Mal statt, was war euer Antrieb und wie siehst du die Entwicklung seit der ersten Ausgabe?
Das erste atMOERSphere fand am 13. Mai 2023 statt. Damals hatten wir knapp 240 Leute im Bollwerk. Der ursprüngliche Antrieb war ziemlich einfach: Wir hatten festgestellt, dass Moers in Sachen Stoner Rock ein schwarzer Fleck auf der Landkarte war. Für entsprechende Konzerte musste man meistens ins Ruhrgebiet, Richtung Köln oder über die Grenze nach Nijmegen oder Eindhoven fahren. Also wollten wir einfach ausprobieren, ob so etwas nicht auch in unserer Heimatstadt funktioniert. Ursprünglich war das tatsächlich als einmalige Nummer gedacht. Aber als ich an dem Abend die letzte Band ansagen durfte, hatte ich schon dieses Gefühl: Das war noch nicht alles!
Nach dem Abend waren wir im Team alle ziemlich geflasht und uns war schnell klar, dass es eine zweite Ausgabe geben muss. Inzwischen sind wir bei der Planung für Ausgabe Nummer 5 und auch bei den Bands durchaus international unterwegs als zu Beginn. In diesem Jahr hatten wir zum Beispiel Kryptograf aus Norwegen beim Festival.
Aus dem Festival heraus ist außerdem das atMOERSphere Underground entstanden. Wobei es das streng genommen sogar schon kurz vor dem ersten Festival gab. Die erste Ausgabe in der Röhre war als Testballon und Generalprobe gedacht. Wir haben aber ziemlich schnell festgestellt, dass das ein verdammt geiles eigenes Format ist: kleiner, kuscheliger Laden, sehr intime Atmosphäre und extrem nah an den Bands – mit einem brachialen Sound, dank der völlig überdimensionierten PA in dem Laden. Inzwischen ist das atMOERSphere Underground eine feste Konzertreihe geworden und am 12. September feiern wir tatsächlich schon die 10. Ausgabe. Das ist für mich vielleicht die schönste Entwicklung überhaupt: Aus dieser einen Veranstaltung, die wir 2023 einfach mal ausprobieren wollten, ist inzwischen deutlich mehr entstanden.
Was war dein allerschönster atMOERSphere Moment?
Den einen allerschönsten atMOERSphere-Moment zu benennen, finde ich tatsächlich schwierig. Dafür besteht das Ganze aus viel zu vielen schönen Momenten, geprägt durch viel Miteinander. Was mich immer wieder abholt, sind die Leute, die voller Neugier zu uns kommen und teilweise keine einzige Band auf dem Line-up kennen. Und dann stehst du irgendwann da, die Bands haben die Crowd ordentlich in die Mangel genommen und du siehst vor dir nur verschwitzte, lachende Gesichter. Und wenn anschließend jemand zu mir kommt und sagt: „Keine Ahnung, wer das gerade war, kannte ich vorher nicht – aber scheiße, war das geil“, dann haben wir eigentlich ziemlich viel richtig gemacht.
Vielleicht ist genau das der schönste atMOERSphere-Moment: Es ist nicht dieser eine Augenblick. Es ist die Summe aus verdammt vielen davon.
Was wäre deine absolute Traumband, die du gerne mal auf die Bühne im Bollwerk holen würdest?
Gaaanz schwierige Frage. Schon deshalb, weil ich das gar nicht allein entscheiden könnte. Wir entscheiden im Team demokratisch, welche Bands wir anfragen. Wir haben mittlerweile eine lange Liste, hören uns alles gemeinsam an und irgendwann kommt der Tag, an dem wir sagen: So, jetzt müssen wir uns entscheiden, wen wir fürs nächste atMOERSphere anfragen wollen. Und dann müssen die Bands natürlich auch noch Zeit haben und irgendwie ins Budget passen.
Was mich persönlich betrifft, kann ich eigentlich sagen: Meine Traumband war schon da, im April dieses Jahres. Das war Kryptograf. Die haben mich mit ihrer ersten Platte komplett abgeholt und wir haben über zwei Jahre an ihnen herumgedoktert, bis wir sie endlich aus Norwegen nach Moers bekommen haben.
Natürlich gibt es im Team noch Namen wie Colour Haze, Long Distance Calling, 1000Mods, Rotor oder Fu Manchu, die irgendwann mal fallen. Aber wir müssen uns auch der Realität stellen: Wir sind eine kleine Veranstaltung mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Und vielleicht passen diese ganzen großen Namen auch gar nicht unbedingt zu uns. Es macht sehr viel Spaß, im Underground herumzugraben, Bands zu entdecken, von denen wir glauben, dass die Leute sie hören müssen, und dann zu schauen, ob wir sie irgendwie nach Moers locken können. Das ist eigentlich viel mehr atMOERSphere, als einfach irgendeinen möglichst großen Namen oben aufs Plakat zu schreiben.
Dass du ein Festival mit allem drumherum nicht alleine auf die Beine stellen kannst, wird jedem der schonmal ein Konzert organisiert hat klar sein, wer mischt noch so alles bei euch im Team mit?
Ja, so ein Festival bekommst du definitiv nicht alleine auf die Beine gestellt. Dafür brauchst du Leute, auf die du dich verlassen kannst. Und ich bin echt froh, dass sich ein Team zusammengefunden hat, in dem alle am gleichen Strang ziehen, gleichzeitig ganz unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen und in dem es untereinander bei Konflikten nicht eskaliert.
Corinna kümmert sich bei uns um Social Media und Werbung und erstellt auch die ganzen Druckdaten für Flyer, Aufkleber und alles, was wir sonst so unters Volk bringen.
Alex übernimmt die technische Kommunikation mit den Bands. Tech-Rider, Backline, wer stellt welches Schlagzeug und was braucht die Band, damit sie am Ende vernünftig auf unserer Bühne spielen kann – das läuft alles bei ihm zusammen.
Andy sorgt am Veranstaltungstag dafür, dass die Bands wissen, wo sie hinmüssen, packt beim Aufbau mit an und ist als Stagehand dabei.
Björn steckt unglaublich viel Zeit und Liebe in unsere Live-Videos. Gemeinsam mit seinen Leuten sorgt er dafür, dass Bild und Ton eingefangen und anschließend vernünftig aufbereitet werden. Das Livevideo von Kryptograf ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Auch das Video von HOLZ ist so entstanden. Beim Soundmix arbeitet Björn unter anderem mit Christoph zusammen.
Und dann darf ich Hanna nicht vergessen. Sie ist unser Zahlen-Genie und kümmert sich darum, dass finanziell alles sauber dokumentiert ist. Wir machen das Ganze ehrenamtlich und gemeinnützig und sind Teil der K.O. Kulturoffensive Moers e.V. Daher ist es wichtig, dass jeder Euro, der rein- und rausgeht, vernünftig belegt und abgerechnet wird, damit die Gemeinnützigkeit erhalten bleibt. Am Ende funktioniert atMOERSphere genau deshalb: weil jeder seinen Bereich hat, aber trotzdem alle mit anpacken, wenn es irgendwo brennt.
Ihr fahrt mit dem atMOERSPhere einen sehr eigenen, markanten Stil im Bezug auf die Werbung. Wer macht für euch da die Grafiken und Videos?
Unser Leitmotiv ist von Anfang an die Astronautin gewesen. Ob wir uns damals schon bis ins letzte Detail Gedanken darüber gemacht haben, warum es ausgerechnet eine Astronautin sein muss? Wahrscheinlich nicht. Aber über die Jahre hat sie für uns immer mehr Bedeutung bekommen. Eine Astronautin steht für Neugier und Entdeckergeist. Dafür, sich auf den Weg zu machen, unbekannte Welten zu erkunden und auch mal dahin zu gehen, wo man vorher nicht genau weiß, was einen erwartet. Das passt recht gut zu dem, was wir musikalisch machen. Wir wollen nicht immer nur die Bands präsentieren, die sowieso jeder kennt, sondern suchen, entdecken und auch mal etwas auf die Bühne stellen, von dem unsere Gäste vorher vielleicht noch nie gehört haben. Gleichzeitig steckt in diesem Bild für mich auch etwas sehr Ruhiges: dieses „Bei-sich-Sein“ in einer unendlichen Weite, weit weg vom ganzen Lärm, und die Möglichkeit, die Dinge einmal aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten. Dazu dieser Blick in die Ferne, die Sehnsucht nach etwas Unbekanntem und die Frage, was da draußen vielleicht noch auf einen wartet. Inzwischen ist die Astronautin einfach ein fester Teil der atMOERSphere-Welt geworden. Sie reist mit uns von Veranstaltung zu Veranstaltung und entdeckt dabei immer wieder neue Welten – und irgendwie machen wir mit der Musik genau das Gleiche.
Die praktische Umsetzung liegt vor allem bei Corinna und Björn: Corinna kümmert sich um die Grafiken, Drucksachen, Werbung und Social Media; Björn steckt viel Arbeit in unsere Live-Videos und deren Aufbereitung. Und ab und an halte ich auch gern mal meine Nase in die Kamera und labere einfach wild drauf los.
Bei euren Underground Veranstaltungen stehen ja meist 2 Bands aus dem Underground auf der Bühne. Die Röhre ist dann in der Regel ziemlich gut gefüllt und die Stimmung auf dem Zenit. Wie seid ihr auf die Idee gekommen und was zeichnet diese Veranstaltungsreihe besonders aus? Wer und wie sucht die Bands aus? Wie können euch Künstler erreichen, wenn sie Interesse an einer Show haben?
Das atMOERSphere Underground gab es tatsächlich schon vor dem ersten Festival. 14 Tage vor dem 13. Mai 2023 haben wir einfach mal zwei Bands in die Röhre geholt, um zu schauen: Funktioniert unser Ablauf überhaupt? Wird das angenommen? Das war unsere Generalprobe, damit wir beim großen Festival nicht komplett ins kalte Wasser springen. Deshalb gibt es streng genommen ein atMOERSphere Underground #0. Damals standen Sleeping Green und Otho auf der Bühne. Wir haben schnell gemerkt, dass dieses kleine Format auch für sich allein gut funktioniert und gut anfühlt. Die Röhre ist klein, kuschelig, die Leute stehen unmittelbar vor den Bands und dadurch entsteht eine ganz eigene Atmosphäre. Also haben wir aus unserem Testballon eine feste Konzertreihe gemacht.
Das Underground wollen wir aber nicht als Vorrunde fürs große atMOERSphere verstanden wissen. Das war nie die Idee. Festival und Underground sind zwei eigenständige Formate, die unabhängig voneinander funktionieren. Finanziell gibt es allerdings eine Verbindung: Alles, was bei den Underground- Shows am Ende übrigbleibt, fließt zurück ins atMOERSphere und hilft uns dabei, das große Festival zu finanzieren. Bei uns wird also nichts in die eigene Tasche ausgeschüttet – jeder Euro bleibt im Projekt. Das Booking funktioniert bei beiden Formaten demokratisch. Bands, die sich bei uns bewerben oder die wir irgendwo entdecken, landen erst einmal auf unserer Liste. Wir hören uns die Sachen an, sprechen im Team darüber und entscheiden gemeinsam, wen wir gerne nach Moers holen möchten. Manchmal wird das auch recht leidenschaftlich…
Und manchmal passieren dazu kuriose Sachen. Irgendwann bekamen wir eine Mail aus Australien von Full Tone Generator. Keine Ahnung, wie atMOERSphere bis Down Under geschwappt ist, aber die Jungs fragten einfach, ob sie bei uns spielen können. Also haben wir kurzerhand eine Underground-Ausgabe mit Full Tone Generator gemeinsam mit Purple Dawn aus Köln auf die Beine gestellt. Das war ein fantastischer Abend – und obwohl es in der Röhre kein Fosters gab, haben sich die Australier offensichtlich trotzdem ziemlich wohlgefühlt
Bands können sich unter hello@atmosphere-festival.de bewerben. Ich muss allerdings direkt vorwarnen: Unsere Warteliste ist inzwischen leider lang geworden und wir kommen momentan kaum mit dem Antworten hinterher. Wenn wir alle Bands, die mittlerweile darauf stehen, einmal spielen lassen wollten, müssten wir wahrscheinlich direkt ein fünftägiges Festival veranstalten.
Die Gäste auf euren Veranstaltungen pilgern ja von mehr oder minder halb Deutschland zu euch. Gibt es in Moers und Umland denn auch eine gewisse Szene und wie hat sich das mit eurer Arbeit verändert?
Eine eigene Stoner- oder Underground-Szene speziell rund um Moers? Nee, würde ich so nicht sagen. Natürlich gibt es auch hier in der Region gute Bands. Aber eine klar abgegrenzte Moerser Stoner-Szene gibt es in dem Sinne nicht. Ich glaube aber sowieso, dass man die Szene etwas größer denken muss. Wir sind zum Beispiel sehr gut mit Ruhrdyne vernetzt, die in Essen und Witten regelmäßig spendenbasierte Veranstaltungen auf die Beine stellen. Das sind für uns wichtige Partner und Freunde. Man spricht miteinander, tauscht sich aus und hilft sich gegenseitig, wo man kann. Und genau das macht für mich Underground auch aus. Nicht jeder kocht in seinem kleinen Kämmerchen sein eigenes Süppchen und betrachtet die anderen Veranstalter als Konkurrenz. Im besten Fall unterstützt man sich gegenseitig und sorgt gemeinsam dafür, dass diese Musik überhaupt eine Bühne bekommt. Dazu zählt auch Termine irgendwie zu synchronisieren, wenn es Überschneidungen gibt. Denn eines haben wir alle nicht: Geld. Was wir aber haben, ist verdammt viel Leidenschaft für Musik. Und daraus bauen wir etwas. Dafür braucht es Bands, Veranstalter, Locations und vor allem Leute, die hingehen und diesen ganzen kleinen Wahnsinn mittragen.
Für viele Festival und Konzertveranstalter rückt die Krise der Livemusik immer mehr in den Fokus. Steigende Kosten bei immer weiter sinkenden Besucherzahlen ergeben eine gefährliche Mischung. Wie sieht das bei euch aus? Gibt es Ideen und Ansätze den Kopf da aus der Schlinge zu ziehen?
Natürlich merken wir, dass Veranstaltungen teurer werden. Dass eigentlich alles teurer wird, merken wir schließlich alle spätestens an der Tankstelle und kotzen beim Volltanken.
Beim Ticketpreis versuchen wir deshalb jedes Mal den Spagat: Auf der einen Seite wollen wir den Eintritt so günstig wie möglich halten, damit möglichst viele Leute kommen können und wollen. Auf der anderen Seite müssen wir mit diesen Einnahmen sämtliche Kosten des Abends decken. Location, Technik, GEMA, Tontechniker und alles, was sonst noch anfällt. Und natürlich wollen wir den Bands am Ende auch eine halbwegs angemessene Gage in die Hand drücken können. Wenn der Laden voll ist und alles gut läuft, funktioniert das auch. Wenn ein Abend mal schlechter läuft, sieht die Realität natürlich anders aus. Da haben wir auch schon aus unseren eigenen Reserven etwas draufgelegt und den Bands noch einen Fuffi für den Sprit in die Hand gedrückt. Die Bands fahren teilweise hunderte Kilometer, schleppen ihr Equipment durch die Gegend und stehen für uns auf der Bühne. Das muss man einfach wertschätzen.
Und vielleicht ist genau das auch ein wichtiger Punkt: Bei uns sind die Bands nicht einfach das „Produkt“, das wir vermarkten müssen, damit möglichst viele Tickets über den Tisch gehen. Die Bands sind für uns genauso Gäste wie die Menschen vor der Bühne. Wenn wir eine Band nach Moers einladen, wollen wir, dass sie am Ende nicht nur eine gute Show gespielt hat, sondern auch einen guten Abend bei uns hatte. Dazu gehört natürlich, dass Technik und Sound funktionieren und wir versuchen, eine vernünftige Gage hinzubekommen. Aber genauso gehört für uns dazu, Zeit miteinander zu verbringen, zu quatschen, zusammen ein Bier zu trinken und den Bands das Gefühl zu geben, dass sie nicht einfach nur der nächste Programmpunkt auf einem Ablaufplan sind. Natürlich brauchen wir am Ende genügend Leute vor der Bühne, damit sich so ein Abend finanziell trägt. Aber wir wollen eine Band nicht darauf reduzieren, wie viele Tickets sie verkauft oder wie viele Follower sie mitbringt. Für uns gehören die Menschen auf und vor der Bühne zum selben Abend – und im besten Fall fahren beide danach mit einem ziemlich breiten Grinsen nach Hause.
Genau deshalb bleibt jeder Konzertabend ein kleiner Drahtseilakt: Der Ticketpreis muss niedrig genug sein, damit die Leute kommen können, und gleichzeitig hoch genug, damit alle Rechnungen bezahlt sind und für die Bands noch eine vernünftige Gage übrig bleibt. Unser Ziel ist dabei nicht, mit den Veranstaltungen Gewinn zu machen. Im Idealfall steht am Ende eine schwarze Null. Und wenn etwas übrig bleibt, stecken wir jeden Euro wieder ins Projekt.
Gab es mal Überlegungen das atMOERSphere als Open Air aufzuziehen? Vielleicht als zusätzliche Geschichte im Sommer, während das atMOERSsphere dann in den kalten Monaten stattfinden könnte?
Ja, die Überlegung gibt es tatsächlich. Wir würden das atMOERSphere irgendwann gerne mal nach draußen bringen. Aber wenn wir das machen, dann ist für uns eigentlich klar: Wenn draußen, dann umsonst und draußen. Der Gedanke dahinter ist, Menschen zu erreichen, die bisher vielleicht überhaupt keine Berührungspunkte mit dieser Musik haben.
Bei einem Clubkonzert gibt es immer eine gewisse Schwelle: Du musst ein Ticket kaufen, gehst in einen Laden, den du vielleicht nicht kennst, und triffst dort auf eine Szene, mit der du vorher möglicherweise noch nie etwas zu tun hattest. Bei einem kostenlosen Open Air ist das anders. Da kannst du einfach vorbeikommen, dir ein Bier und eine Wurst holen und erst mal völlig unbefangen zuhören. Und vielleicht steht dann jemand vor der Bühne, der mit Stoner Rock vorher überhaupt nichts anfangen konnte und plötzlich feststellt: „Scheiße, das ist ja geil.“ Genau diese Schwelle würden wir gerne abbauen, um neue Leute zu erreichen.
Das Problem ist natürlich: Umsonst bedeutet nicht, dass es nichts kostet. Im Gegenteil. So eine Veranstaltung müsste über Sponsoren, Getränke, Merchandise, Gastro und andere Partner gegenfinanziert werden. Wir haben dazu auch schon Gespräche geführt und den Taschenrechner gezückt: Bei so einem Open Air für alle sprechen wir schnell über einen Kostenapparat zwischen 60.000 und 100.000 Euro – Bühne, Technik, Sicherheit, sanitäre Anlagen und so weiter. Und ganz ehrlich: Das sind Dimensionen, vor denen wir auch einfach Schiss haben. Wir machen das alles ehrenamtlich und so einen Kostenapparat musst du erst einmal bedienen und verantworten können.
Dazu kommt, dass Stoner und Desert Rock nun mal eine Nische sind. Das ist keine Musik, die den ganzen Tag im Radio läuft und bei der du einfach irgendeinen bekannten Headliner auf die Bühne stellst und davon ausgehen kannst, dass dir der Name alleine schon ein paar tausend Leute zieht. Diese Musik muss man entdecken und man muss sich auch ein Stück weit auf sie einlassen. Mit einem Stoner-Rock-Open-Air lockst du eben nicht automatisch jede Maus hinterm Ofen hervor.
Und genau da schließt sich der Kreis zum „Umsonst und draußen“. Wir wollen die Hürde so niedrig wie möglich machen und auch Leute erreichen, die wegen dieser Musik vielleicht niemals ein Ticket gekauft hätten. Wenn davon am Ende ein paar vor der Bühne stehen bleiben und feststellen, dass sie gerade etwas für sich entdeckt haben, hätten wir schon ziemlich viel erreicht. Die Idee ist also definitiv da, aber das finanzielle Risiko ist gerade in unserer Nische nicht zu unterschätzen. Deshalb machen wir das erst, wenn wir überzeugt sind, dass wir es vernünftig finanziert und organisiert bekommen.
Ihr habt es geschafft Aeon Temple auf das legendäre Moers Festival (für die Kenner immer noch Jazz Festival, good old times) in einer feat Ausgabe zu bekommen. Wie kam das zustande?
Zum moers festival gibt es bei mir eine beruflich-private Verbindung. Gleichzeitig sind die Veranstalter in unserem „Dorf“ irgendwann auch auf uns und das atMOERSphere aufmerksam geworden. Ich habe sie zu unseren Veranstaltungen eingeladen, einfach damit sie sich das Ganze mal anschauen und sich mit der Musik beschäftigen können. Ich glaube nämlich insgeheim, dass Jazz und Stoner Rock an manchen Stellen gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Gerade wenn es ums Jammen geht, um das Zusammenspiel der Instrumente und darum, wie Musiker aufeinander reagieren und gemeinsam einen Groove entwickeln, gibt es durchaus Berührungspunkte.
Lange Rede, kurzer Sinn: Irgendwann habe ich einfach plump gefragt: „Wir hätten da ein paar Bands, bei denen wir glauben, dass die auch auf dem moers festival ihren Platz finden könnten – wie sieht’s aus?“ Wir haben dann ein paar Vorschläge gemacht und am Ende hat man sich für Aeon Temple entschieden. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut. So kam der Stein eigentlich ins Rollen – manchmal muss man einfach fragen.
Wie siehst du die aktuelle Entwicklung des Stoners in Deutschland?
Ich glaube, dass sich Stoner und Desert Rock momentan ziemlich progressiv entwickeln. Wenn man sich zum Beispiel Bands wie True Voodoo, Yeast Machine oder Slomosa anhört, merkt man ziemlich schnell, dass es längst nicht mehr nur um diesen klassischen Stoner-Sound geht. Da kommen Einflüsse aus Grunge und Punk dazu, teilweise sogar aus dem Hip-Hop. Und ich finde nicht, dass dadurch der Kern verwässert wird – im Gegenteil. Die Grenzen dieser Musik werden einfach weiter aufgemacht.
Und genau diese Entwicklung finde ich fantastisch. Stoner Rock ist für mich kein fest abgesteckter Bereich, in dem nur bestimmte Sounds, Rhythmen und Riffs erlaubt sind. Auch die Menschen, die ich in dieser Szene kennenlerne, erlebe ich als sehr offen. Da gibt es wenig Berührungsängste mit anderen Genres und neuen Einflüssen. Und vielleicht ist genau das eine der Stärken dieser Musik: Sie hat einen ziemlich klaren Kern, aber trotzdem verdammt viel Platz drumherum.
Habt ihr schon einen Termin für das nächste atMOERSphere, wann werden die ersten Bands bekannt gegeben und wann startet der vvk?
Die 5. Ausgabe des atMOERSphere Festivals wird voraussichtlich im April stattfinden. Aktuell gibt es noch ein paar Unwägbarkeiten, die wir erst einmal aus dem Weg räumen müssen. Sobald das geklärt ist, werden wir natürlich auch den genauen Termin und die ersten Bands bekannt geben und zeitnah mit dem Vorverkauf starten.
Wann und mit wem findet das nächste atMOERSphere Underground statt?
Das nächste atMOERSphere Underground findet am 12. September in der Röhre statt – und das wird für uns eine besondere Ausgabe, denn wir feiern tatsächlich schon Underground Nummer 10. Und weil es die 10. Ausgabe ist, haben wir uns gedacht, diesmal knallen wir nicht zwei, sondern direkt drei Bands auf die Bühne. Mit dabei sind Kojote, Planedrifter und Sleeping Green.
Um weiter auf dem aktuellsten Stand über das atMOERSphere zu bleiben, solltet ihr euch dringend mal auf deren Kanälen umschauen:
Vielen Dank nochmal an das gesamte Team des atMOERSphere Festivals und hier auch nochmal ein besonderes Dankeschön an Tobias, der hier stellvertretend meinen Fragen Rede und Antwort stand. Ich finde man merkt immer wieder wieviel Herzblut und Opferbereitschaft nötig ist um ein solches Projekt wie das atMOERSphere auf die Beine zu stellen. Ob es einzelne Konzerte sind, Konzertreihen oder kleine und große Festivals; hier haben wir genau die Leute, die die komplette Szene am laufen halten. Ohne die Bands keine Anlaufpunkte hätten, ohne die man keine neuen Kontaktpunkte finden würde und ohne die die deutsche Szene einen wichtigen Anker verlieren würde. Vielen Dank dafür, an euch alle.
Die erste Playlist Rotation im August bringt wieder 5 neue Tracks aus dem deutschsprachigen Underground auf die Tapeworm Spotifyliste. Wie immer kommt ihr durch einfaches Klicken des Bandnamens auf die Bandcampseite der Bands. Und bitte denkt daran, dass heute (Stand: 07.08.26) Bandcampfriday ist und ihr euren Lieblingskünstlern eine Extrafreude machen könnt! Wie immer, beißt euch rein, teilt die Liste und genießt das Wochenende.
Kuyper - Blue Dog: Passend zur Debütplatte und der dieswöchigen Blogworm Story möchte ich an dieser Stelle auch nochmal den Jungs aus Itzehoe einen Platz auf der Spotifyliste geben. Mit ihrem groovigen Blue Dog sorgen die Nordlichter für eine gewaltige Portion Ohrwurmgefahr... MEHR HIER
Neànder - aas: Neànderist eine 2017 in Berlin gegründete instrumentale Post-Metal Band, die für ihre wohl strukturierten und abwechslungsreichen Sounds bekannt ist. Wer diese neu für sich entdeckt, hat mittlerweile ganze vier Alben, in denen er sich verlieren kann. Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum Neànder von 2019 befindet sich der wahrscheinlich bekannteste Song der Band "aas" und dieses 9 minütige Stück findet auch direkt den Weg auf die Liste. Wer die Jungs übrigens in NRW dieses Wochenende live sehen möchte, sollte sich auf den Weg nach Dortmund zum Desert Docks machen.
Kardeathian - Six: Die Shootingstars der hiesigen Doomszene haben ihr Album für Ende des Monats bekannt gegeben und möchten uns vorab schonmal mit Six eine Hörprobe ihres Schaffens präsentieren. Die Dortmunder bringen einen ausgeklügelten, frischen und voralledem massiven Doom Sound aufs Parkett. Gewaltig starker Auftakt!
The Spacelords - Plasma Thruster: Wer am Wochenende noch einen passenden Zeitvertreib sucht, sollte sich auch mal mit dem Fantreffen des German Kultrock Festivals auseinandersetzen. Direkt drei großartige Spacerock/Psychedelic Bands treffen hier aufeinander und geben sich die Klinke in die Hand. Neben Zen Trip und Projekt FX3 verschlägt es auch die Spacerocklegenden von den Spacelords aus Reutlingen nach Balve. Das wird ne richtig fetzige Jam Nummer im Haus Drei Könige!
Rovar - Smoke: Genau wie Neànder kann man dieses Wochenende noch Submarine on Mars und Rovar auf dem Desert Docks in Dortmund erleben. Beides absolute Banger, da ich aber diese Woche schon wieder sehr ins Instrumentale abgedriftet bin, möchte ich an dieser Stelle ganz gerne Rovar den Vortritt geben. Energiegeladener, roher Mix aus Stoner, Sludge und Hardcore. Etappenweise fühlt man sich bei einigen Songs so, als hätten Mastodon und Turnstile ein uneheliches Kind ausgetragen. Banger, als Beispiel gibt es direkt mal Smoke auf die Ohren.
Mittwochs, Blogwormzeit und es wird auch mal wieder Zeit für ein Interview! Da mir neben den "normalen" Bandinterviews natürlich immer die Leute hinter dem Geschehen besonders wichtig sind, freue ich mich ganz besonders über dieses spezielle Interview. Ich durfte ein zweites Interview mit Stefano von Fuzzytime führen, diesmal aber nicht über seine Berufung zum Contentcreator, sondern als Bassist seiner Band Kuyper, welche gerade ihr Debütalbum auf die Straße gebracht haben. Das Interview wurde vor dem Release beantwortet, wundert euch also nicht über die eine oder andere Formulierung. Viel Spaß!
Ich habe heute erneut unseren allseits beliebten Stonerguru Stefano von Fuzzytime hier, aber diesmal passend zu seiner zweiten Herzensangelegenheit, als Bassist von Kuyper. Ich hatte schon mehrmals das Glück, euch mit Kuyper live erleben zu dürfen und wir pflegen zwischen unseren Bands ein sehr freundschaftliches Verhältnis, welches wir auch schon des Öfteren auf den verschiedensten Bühnen der Republik feiern durften. Zum Beispiel wart ihr als Spezialgast zu unserem Releasegig hier in Düsseldorf eingeladen, bei dem ihr in der hiesigen Szene einen mehr als positiven Eindruck hinterlassen habt. Dann erinnere ich mich noch an gemeinsame Shows in Kiel und Hamburg, inklusive einer sehr harten Übernachtung auf eurem Proberaumboden und natürlich eurem Gastspiel für die New Wave of German Stoner in Oberhausen. Da kommt natürlich einiges an Emotionen zusammen und ich freue mich wahnsinnig auf unser Gespräch und den bevorstehenden Release der Band.
Moin Stefano, erste Frage vorweg, wie nervös bist du gerade?
Erstmal vielen Dank für die erneute Einladung und es freut mich sehr dir nochmal Rede und Antwort zu stehen.
Nervös, eher weniger, vielmehr beschäftigt und positiv gestimmt was den Release angeht. In 3 Tagen ist es soweit und ich denke, wir sind gut vorbereitet und können das einfach genießen.
Erzähl mir etwas über euch. Woher kommt der Name und wofür steht Kuyper. Stelle doch mal die Bandmitglieder vor und wo ihr musikalisch so herkommt.
Die offizielle Geschichte lautet: “Fuzz Eric” ist aus aus dem Kuipergürtel zu uns gekommen um sein Manifest durch uns mit Kuyper verkünden zu lassen... aber richtig wäre es, wir haben uns nach diesem Kuipergürtel benannt, aber das I mit einem Y getauscht als, ich sag mal, kleine Hommage an eine der größten Bands Kyuss.
Unser Sänger und Gitarrist Malte, kommt aus der Richtung 70s Rock und ist ein großer Genießer der ganz Großen wie Hendrix, Isiah Mitchell oder Parker Griggs. Mit ihm habe ich vorher auch schon in zwei Bands gespielt. Eine Garage Punk Band und Loyft, ebenfalls eine Stoner Rock Band.
Der “schöne” Malte, ja es ist schwierig zwei Maltes in einer Band zu haben, also unser Drummer hat sich sehr durch Thulsa Doom aus den 2000ern und At the Drive in treiben lassen. Oft zeigt er uns auch Led Zeppelin Songs mit Akzenten die er auch mal mit einfließen lässt. Er war vorher quasi parallel mit Nautilus sehr viel unterwegs und konnte da schon Ausrufezeichen setzen und wir haben auch Konzerte gemeinsam gespielt, im selben Gebäude geprobt und uns angefreundet.
Ich glaub, das was mich inspiriert, kann man sehr gut bei FuzzyTime nachschauen, da gibt's genug Material 😜
Man muss natürlich sagen, ihr fahrt einen sehr eigenen Stil. In den Grundzügen gibt es eine ordentliche, fette Portion Stoner die ihr dann mit einem gewissen Etwas an Groove und musikalischer Finesse würzt. Ich weiß, ihr hört das nicht gerne, aber ich habe von vielen gesagt bekommen, dass sie bei euch einen gewissen Hendrix Vibe spüren. Wie findest du setzt sich euer energiegeladener Stoner zusammen und wie würdest du ihn selber beschreiben?
Der Vergleich mit Jimi Hendrix ist für Malte definitiv eines der größten Komplimente die du ihm da machen kannst und das macht halt auch irgendwo seinen Stil aus. Da sind ja noch mehrere Einflüsse mit dabei aber am Ende kommen wir dann alle auf einen Nenner, der ich sag mal auch etwas treibenderen Stoner macht und trotzdem auch Atmosphäre und auch gewisse psychedelische Aspekte beinhaltet.
Insgesamt war bei uns aber auch einfach der gewisse Grundsound sehr entscheidend und da spielt halt auch eine große Rolle dass wir halt nur eine Giatrre haben, aber gerne in die Breite gehen wollten und da kann ich am Bass glaube ich ein paar Akzente setzen, zumal ich aber auch gern mit Effekten arbeiten wollte, die auch etwas in die Noise Richtung gehen sollte. Es gibt einen Rig Rundown bei FuzzyTime, gern mal reinhören
Ich wüsste gar nicht in welche Schublade “Stoner” ich uns stecken würde. Was meinst du denn? 😜
Anmerkung Tapeworm: Mit der Mischung aus einem lässigen Typ an der Gitarre, einem knorrigen Haudegen am Bass und dem schönen Malte würde ich es wahrscheinlich am ehesten als klassigen Boyband-Stoner bezeichnen 😜 die Mädels fliegen drauf
Wie schreibt ihr eure Songs? Jamt ihr bis ihr was brauchbares habt im Verbund und arbeitet es dann aus, oder kommt einer von euch mit einer Riffidee und die wird dann ausgebaut? Schreibt ihr alle Songs komplett zusammen oder gibt es bei euch einen der sich im Songwriting ganz besonders durchsetzt?
Die Songs entstehen tatsächlich im Proberaum in gemeinschaftlicher “Arbeit”. Klar, bringt Malte auch mal Riffs mit und wir machen was draus, aber am Ende kommt ganz schnell was ganz anderes raus.
Erzähl mir doch was über euer Album. Gibt es eine Geschichte oder eine Thematik für den Release?
Ja, wir betiteln es ja so ein bisschen als Fuzz Eric’s (Der rauchende körperlose Tennisball) Manifest, aber das ist halt auch eher eine Geschichte mit Augenzwinkern😉
Ansonsten sind unsere Themen ich sag mal von gesellschaftskritischen Themen geprägt bis hin zu persönlichen Struggles oder auch Kritik an Social Media.
Auch da ein bisschen in Metaphern und einem gewissen Augenzwinkern dabei.
Wie lange saßt ihr an dem guten Stück?
Unser allererster Song "Timedriver" ist mit dabei, der ist dann damit bis hin zur Aufnahme zwei Jahre alt.
Und die Aufnahmen an sich waren an einem September Wochenende 2025 eingespielt, dann hat der Mix glaube ich noch mal drei Monate gedauert und naja mit Presswerk und bis man alles so ein bisschen DIY gemacht hat, braucht man natürlich auch einen gewissen Anlass um sowas vielleicht passend zu feiern und da haben wir mit dem Blue Moon Festival genau den richtigen Rahmen, glaube ich, gefunden.
Wie und wo habt ihr alles aufgenommen? Gab es Hilfe zum Beispiel oder alles in Eigenregie?
Wir hätten unheimlich gerne selbst aufgenommen, aber dann hätten wir heute noch nichts aufgenommenes und das wäre irgendwie nicht so produktiv gewesen. Wir hatten dann das Glück, dass Max Münster aus Kiel uns kontaktiert hat, weil er selber Lust hatte auf analoge und echte Musik und so ein bisschen weg von Digital wollte. Und nach ein paar Gesprächen war uns klar, er gibt uns die nötige Struktur die wir brauchen um uns Ausleben zu können und er konnte mit unserem Sound und mit dem was wir wollten wirklich sehr sehr gut umgehen und hat das echt klasse eingefangen, also hier noch mal ganz liebe Grüße und vielen vielen Dank für seine Arbeit.
Ansonsten, das Cover hat unser Sänger Malte entworfen aus einem Bild was wir mal selber gemacht haben und auch die Grafiken sind von ihm.
Das erste Video hat FuzzyTime Arne bei einem kurzen Besuch im Studio gemacht und danach wunderbar zusammengeschnitten, auch da nochmal vielen vielen Dank.
Gepresst wurde das ganze dann bei duophonic und auch da sind wir total happy mit und können es kaum erwarten dass unter die Leute zu bringen.
Was ist für dich der herausragendste Moment auf dem Album? Ein Riff was du besonders feierst, euer Zusammenspiel oder diese eine ganz besondere Gänsehautmoment. Gibt es da was?
Das ist eine sehr spannende Frage, denn als wir zu dritt darüber sprachen, haben wir dabei gemerkt dass es für uns alle ein Moment zwischen zwei Songs ist. Zwischen Timedriver und Dead Kitty Cat, wo wir im Intro zu Dead Kitty Cat quasi das Outro noch ausklingen lassen und dann versuchen so eine gewisse Atmosphäre aufzubauen die uns unheimlich toll gefällt und tatsächlich auch so ein bisschen der stumpfe Groove von Blue Dog, weil der einfach so ein bisschen Kopfnicker ist
In welcher Form und wo wird das Album ab dem 1ten August verfügbar sein?
Wir haben eine 10” Vinyl und streng limitierte Tapes bei den Shows mit und natürlich auf allen gängigen Streaming Diensten sowie Bandcamp.
Was sind die Pläne nach der Veröffentlichung? Habt ihr da Tourmäßig schon was auf der Liste, wo die Leute sich von euch die Gehörgänge massieren lassen können?
Es wird im Herbst/Winter Oktober November und Dezember mehrere Weekender geben. Die Daten dazu die werde ich zeitnah veröffentlichen, wenn der letzte Termin auch Safe ist. Aber eins kann ich schon verraten, es wird nicht nur im Norden der Republik Chancen geben sondern wir werden Richtung Osten nach Leipzig kommen und auch noch für eine zweite Show das steht aber noch nicht fest.
Was wünscht du dir für die Zukunft und wie sind eure Ambitionen? Ihr habt in den letzten Monaten ja doch ein paar dicke Fische an Land gezogen mit dem Blue Moon Festival, oder als Vorband von Deville. Das schreit ja fast nach mehr.
Also Ambitionen sind auf jeden Fall für 2027 Festival Bühnen zu bespielen, denn dieses Jahr musste auch aufgrund von FuzzyTime die Band teilweise ein bisschen zurückstecken das wird aber nächstes Jahr andersrum laufen.
Ansonsten dürfen mich auch gerne Veranstalter bzw. auch andere Bands natürlich irgendwie anschreiben und gucken dass wir irgendwas planen können. Sicher ist dass wir von Januar bis Ende Juni 2027 keine Shows können.
Aber die ersten Termine für den Herbst 2027 stehen auch schon fest.
Gibt es etwas, was du anderen Musikern, vielleicht gerade jungen Bands die sich gerade gefunden haben mit auf den Weg geben möchtest?
So vieles 😂 und auch fast nichts. Macht eure Erfahrungen, Tauscht euch aus, helft euch gegenseitig, der Weg ist steinig und am Ende nicht entmutigen lassen. Kontakte ist da A und O in unserer Szene und um den Step weiter zu gehen, bedeutet es auch was aufzugeben. So schön es sein kann, es gehört ne Menge Glück und Engagement dazu und das wichtigste ist, niemals den Spaß an der Musik verlieren. Spielen, Touren und das alles Erleben kann sooo schön sein, aber das alles ins Rollen zu bekommen, heißt Arbeit und das in seiner Freizeit. Es lohnt sich ☺️
Gibt es irgendwen dem du bzw. ihr besonders danken wollt für die Unterstützung bei dem Album? Max, der uns so krass eingefangen hat💚
Jannik von howtodestroythedevine, wir haben fucking Tapes Dank ihm am Start 💚
Gäddo von Sound of KiSh, der unsere Beiträge fleißig im Norden teilt💚
Björn von New Wave of German Stoner der ebenfalls fleißig teilt!
Dir, Christian, fürs gegenseitige Vertrauen und die Gigs die wir zusammen spielen durften und dieses Interview 💚
Dem Team von Blue Moon Festival & Sound of Liberation, die wir um ein Jahr vertrösten mussten und wo wir Release feiern dürfen 💚
Alle die ich gerade vergessen hab und natürlich unseren Herzens Damen☺️💚
Guckt auf jeden Fall mal bei den Jungs vorbei und gönnt euch die neue Platte
Vielen Dank an Stefano und die beiden Maltes für das megainteressante Interview! Ihr seid eine echte Bereicherung für die Szene und Stefanos Arbeit für die deutschsprachige Szene ist in keiner Form zu ersetzen. Ich danke euch persönlich, von ganzem Herzen, für die gemeinsamen Tage mit euch auf ,vor und neben der Bühne und freue mich auf nächstes Jahr, wenn wir uns endlich wiedersehen. Es ist immer wieder schön, wenn Bands es schaffen den gerechten Lohn für ihre harte Arbeit zu bekommen. Kuyper ist hier ein absolutes Paradebeispiel für die These wie weit man es aus eigener Kraft schaffen kann mit Köpfchen, mit Herzblut und einem freundschaftlichen Umgang.